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| 15:33 Uhr

Veranstaltung am Wochenende
Waldeisenbahn lädt zum Tonbahnwochenende

 Die Waldeisenbahn Muskau lädt zum Tonbahnwochenende nach Weißwasser.
Die Waldeisenbahn Muskau lädt zum Tonbahnwochenende nach Weißwasser. FOTO: Waldeisenbahn
Weißwasser. Außerdem gibt es zwischen Weißwasser und Trebendorf Einblicke in die Archäologie im Tagebau Nochten. Von Christian Köhler

Die Waldeisenbahn Muskau (WEM) startet am kommenden Wochenende quasi eine kleine Generalprobe. Denn im nächsten Jahr wartet, wie WEM-Geschäftsführer Heiko Lichnok erklärt, der 125. Geburtstag der Schmalspurbahn in Weißwasser. „Zum Tag des offenen Denkmals am Wochenende laden wir auch zum Turmfest an den Schweren Berg, welches der Welzower Verein Exkursio initiiert hat“, sagt er. Das Tonbahnwochenende der WEM wird deshalb mit mehreren Sonderfahrten – auf der drei Dampfloks unterwegs sein werden – zum Schweren Berg an den Rand vom Tagebau Nochten begangen. „Wir empfehlen, den Vorverkauf zu nutzen um längere Wartezeiten bei der Abfahrt zu vermeiden“, so Lichnok.

Das zweite Turmfest am Wochenende bietet neben Informationsständen an beiden Tagen auch musikalische Unterhaltung. So sorgen am Samstag das „Orchester Lausitzer Braunkohle“ und „Los Testamentos“ für Stimmung. Am Sonntag gibt es ein musikalisches Figurentheater für Groß und Klein. Auch eine Bastelecke und die Hüpfburg wird an beiden Tagen aufgebaut.

An beiden Tagen wird natürlich auch, so informiert die WEM, wieder das Waldbahn-Museum an der Teichstraße seine Pforten öffnen. Neben einer umfangreichen Ausstellung historischer Fahrzeuge berichten zahlreiche Schautafeln über die nun mehr fast 125-jährige Geschichte der Waldeisenbahn Muskau. Ganz neu ist im Museum auch das Buch „Bilderbuch Tzschelln“ von Friedemann Tischer erhältlich. Darin sind erstmalig Fotografien zu sehen, die bislang noch nicht veröffentlicht wurden.

Das aber ist noch nicht alles: Das Landesamt für Archäologie (LfA) Sachsen zeigt interessierten Besuchern zum bundesweit stattfindenden Tag des offenen Denkmals, am Sonntag, 8. September zwischen 10 bis 16 Uhr, seine aktuellen Fundstücke und Befunde auf der ansonsten nicht öffentlich zugänglichen Ausgrabungsfläche im Vorfeld des Tagebaus Nochten. Darüber informiert die Leag.

Die archäologischen Untersuchungen dort und im Tagebau Reichwalde erfolgen auf Grundlage langfristig getroffener Vereinbarungen, in denen die Finanzierung zur Sicherung von Bodendenkmalen durch die Leag festgelegt ist. Auf der Tagebaufläche bei Trebendorf wird von Archäologen seit Frühjahr dieses Jahres eine große Ausgrabungsfläche untersucht, in der ein Verhüttungsplatz für so genanntes Raseneisenerz gefunden wurde.

In der jüngeren römischen Kaiserzeit, etwa um 200 nach unserer Zeit, wurde dort lange vor Beginn des Industriezeitalters und weit über den eigenen Bedarf einer einzelnen Siedlungsgemeinschaft hinaus, Eisen verhüttet. Die Archäologen konnten rund 100 Rennöfen freilegen, die als ganze Batterien angeordnet waren und die eindrucksvoll das Ausmaß des fast 2000 Jahre alten Oberlausitzer „Industriestandortes“ dokumentieren.

Interessierte Besucher werden mit einem geländegängigen Shuttle-Fahrzeug vom Am Schweren Berg direkt zur Ausgrabungsstätte gebracht. Die Transfers erfolgen jeweils zur vollen Stunde. Der letzte Mannschaftstransportwagen startet um 15 Uhr. Besucher werden gebeten, festes Schuhwerk und witterungsgerechte Kleidung zu tragen. Die Anreise kann ebenfalls mit der WEM oder dem Auto erfolgen.