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| 17:25 Uhr

Kleinbahn
Waldeisenbahn ist gefragtes Fotomotiv

Die Waldeisenbahn am Tagebaurand im Sonnenuntergang. Für solche Bilder werden bei der Waldeisenbahn auch Fotozüge bestellt.
Die Waldeisenbahn am Tagebaurand im Sonnenuntergang. Für solche Bilder werden bei der Waldeisenbahn auch Fotozüge bestellt. FOTO: Olaf Urban
Weißwasser. Der Kleinbahn-Verein packt mit der Instandhaltungswerkstatt die nächste Investition an. 2019 soll sie eröffnet werden. Von Regina Weiß

Wenn ein Auto zum TÜV muss, dann kann das manchmal teuer werden. Das ist aber alles kein Vergleich im Hinblick auf die Dampfloks der Waldeisenbahn Muskau. Auch wenn sie nur aller neun Jahre zur Hauptuntersuchung müssen, nimmt das andere Dimensionen an. Das reicht vom technischen Anspruch bis hin zum finanziellen Rahmen. Rund 200 000 Euro können da schon mal schnell zusammenkommen, wenn die Lok in einer tschechischen Werkstatt auf Herz und Nieren geprüft wird. Hinzu kommt der zeitliche Aufwand. „Viereinhalb Stunden sind da schon mal weg, wenn man zu Absprachen in die Werkstatt fährt“, kann Heiko Lichnok, Geschäftsführer der Waldeisenbahn GmbH (WEM), aus Erfahrung sprechen. In Bälde reicht es dagegen, wenn er nur rüber läuft, um Absprachen zu tätigen.

Denn unter Regie des Waldeisenbahnvereins hat nun eine weitere große Investition ihren Anfang genommen. Die eigene Instandhaltungswerkstatt entsteht nahe dem Bahnhof Teichstraße. In den zurückliegenden Wochen erfolgten für den Bau die Pfahlgründungen. Der Muskauer Faltenbogen lässt mit schwierigen Bodenverhältnissen grüßen. Nun kann es mit dem Fundament weitergehen. 2019 soll die Halle fertiggestellt werden. „Sie ist die Grundlage dafür, dass wir den Dampflokbetrieb auf lange Sicht gewährleisten können“, erklärt Lichnok. Froh ist man, dass der Freistaat sich mit 75 Prozent der Kosten an dem Vorhaben beteiligt.

Geplant ist, dass die Loks in der Werkstatt zerlegt werden können. Lichnok spricht von Tausenden kleiner Teile. Alle müssen befundet werden, bevor feststeht, ob Reparatur oder Austausch sinnvoll ist. „Der Plan ist, so viel wie möglich selber zu machen. Das ist nicht nur für uns preiswerter, sondern wir können uns hier Partner suchen, mit denen wir zusammenarbeiten. Das bedeutet auch, dass das Geld hier bleibt“, blickt der Geschäftsführer in die Zukunft.

Etwas Wärme gefällig? Wo man jetzt noch abwinkt, wird das im Herbst und Winter wieder aktuell. Diesen Komfort kann die Kleinbahn nun auf mehr als 100 Sitzplätzen bieten. Drei weitere Wagen konnten mit Heizung nachgerüstet werden. Außerdem konnte ein weiterer Zugführerwagen mit Kassenabteil komplettiert werden.

Im Zuge der ständigen Instandhaltung auf den Strecken plant die Kleinbahn jährlich an die 500 Schwellen auszuwechseln. Jüngst hatte das Heiko Lichnok gegenüber den Bad Muskauer Stadträten als Heidenarbeit bezeichnet. „Es ist ein Dauerthema. Genau wie das Freihalten der Strecken“, so Lichnok. Deshalb sei man froh, dass man mithilfe von Unterstützern erst vor wenigen Tagen eine Sichtachse zum Grubensee an der Abzweigung nach Gablenz freilegen konnte. So haben die Fahrgäste wieder was Schönes zu gucken.

Apropos Fahrgäste. Der Erfolg der Kleinbahn – sie konnte 2017 mit 53 000 Fahrgästen einen absoluten Rekord erzielen – setzt sich auch in diesem Jahr fort. „Es läuft gut, die Zahlen liegen über dem Durchschnitt“, deutet Lichnok an. Dafür sorgen zum Beispiel auch Schweizer, die der Kleinbahn seit 2003 die Treue halten und immer wieder gern in den Zug einsteigen oder eine Reihe von Fotografen, die für besondere Aufnahmen einen ganzen Zug buchen. Erst in der vergangenen Woche gab es wieder eine solche Aktion. Heiko Lichnok schwärmt von den Fotos, die dabei entstehen und die die Bahn an ungewöhnlichen Stellen oder im besonderen Licht zeigen.

Eigene Fotos des Waldeisenbahners sind nun genutzt worden, um die drei Schalthäuschen, die die Bahnübergangsicherungsanlagen beinhalten, zu verschönern. Echte Hingucker sind so entstanden. Doch bevor die Fotos an die Wände kamen, wurden die Gebäude, die seit 1995 stehen, auf Vordermann gebracht. Hinzu kommt, dass rund 3000 Euro investiert wurden, damit die Anlagen nun per Funk bedient werden können.

Vorbei sind damit die Zeiten, wo der Zug anhalten musste, der Zugführer absteigen, vorlaufen und die Anlage manuell bedienen musste. „72 mal musste auf- und abgestiegen werden. Das bleibt dem Personal nun erspart. Die haben eine Arbeitserleichterung und die Fahrgäste mehr Komfort“, erklärt Heiko Lichnok.

Das neu gestaltete Signalhäuschen der Waldeisenbahn.
Das neu gestaltete Signalhäuschen der Waldeisenbahn. FOTO: Regina Weiß