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| 15:47 Uhr

Muskauer Park
Von Winterpause keine Spur

Im Sommer letzten Jahres war von der Giebelseite der Pückler-Villa außer dem Holzfachwerk nicht wirklich viel zu sehen.
Im Sommer letzten Jahres war von der Giebelseite der Pückler-Villa außer dem Holzfachwerk nicht wirklich viel zu sehen. FOTO: Regina Weiß
Bad Muskau. Im Badepark von Bad Muskau gehen die Bauprojekte voran. Drei Ausstellungen werden derzeit vorbereitet.

Fürst Pückler hat schon mal Platz auf seiner Exedra-Bank genommen und schaut versonnen auf das, was da kommen soll. So zeigen es die Karten der Stiftung Fürst-Pückler-Park Bad Muskau, mit denen sie zum Jahreswechsel bei Partnern, Freunden, Unterstützern die Aussichten für 2018 angekündigt und sich gleichzeitig für die Zusammenarbeit im vergangenen Jahr bedankt hat.

Zum Ausblick gehört auch, dass besagte Bank dem Standesherren in diesem Jahr zum Geburtstag geschenkt werden soll. Geht es nach Stiftungs-Geschäftsführer Cord Panning, dann soll das Projekt des Fördervereins am 27. Oktober übergeben werden. Gebaut wird das halb­runde Sitzmöbelstück nach pompejanischem Vorbild aus Holz und Beton. Zudem soll es von Hortensien umgeben sein. Noch braucht es Fantasie, um sich das vorzustellen. Auf der Wiese, wo die Bank im Badepark ihren Platz finden soll, haben sich gerade die Wildschweine ausgetobt. Unweit davon hat Meister Buddel­flink ganze Arbeit geleistet. Nicht nur die Tiere sorgen dafür, dass das Areal im Moment nicht in Winterruhe verfällt, auch die Bauleute sind weiter am Werkeln.

Mittlerweile ist die Wand in der Lücke des ehemaligen Badehauses hochgezogen. Neben dem Kuppelpavillon, der eine Ausstellung über die Geschichte des Hermannsbades beheimatet, entstehen Warteräume für die Gäste der Waldeisenbahn und die notwendigen Sanitärräume. Denn mit der Inbetriebnahme des neuen Bahnhofes zu Füßen des Badehauses steigt die Nutzung durch die Fahrgäste, hat die letzte Saison gezeigt. Im Herbst soll das Projekt, das durch das deutsch-polnische Förderprogramm Interreg möglich wurde, abgeschlossen sein. Rund 450 000 Euro sind dann verbaut.

Schon im Frühsommer sollen hingegen die Arbeiten an der Villa Belle­vue beendet sein. Rund  1,3 Millionen Euro sind für die Sanierung des Wohnhauses geplant. Nach Angaben der Stiftung sind sechs Drei-Raum-, eine Ein-Raum- sowie eine Maisonette-Wohnung geplant.

Was einst als Logierhaus für Kurgäste entstand, hat über die Jahre erheblich leiden müssen. Laut Nobert Seibt, Niederlassungsleiter des Staatsbetriebes Sächsisches Immobilien- und Baumanagement (SIB), war die Pückler-Villa akut einsturzgefährdet. Seit 2015 hat die SIB das Haus in ihre Obhut genommen und es erst gesichert, um es nun nutzungsneutral zu sanieren, ähnlich wie sie es einst beim Kavalierhaus im Schlosspark getan hat. Dach und Mauerwerk sind nun wieder in einem ordentlichen Zustand. Noch im Sommer sah das Gebäude an einigen Stellen wie ein löchriger Käse aus. Nun zieht der Wind nur noch durch die Fensteröffnungen. Diese werden mit Nachbauten nach historischem Vorbild geschlossen. Fällt die Rüstung, wird die Pückler-Villa ockerfarben strahlen und auf ihren Anbau hoffen. Der wird gebraucht, um Pücklers Nilreise und Machbubas Geschichte erzählen zu können. „Wir sind mittendrin in der Ausstellungsgestaltung“, so Cord Pannig, Geschäftsführer der Stiftung. Bis dato sollten im April weitere Schritte beschlossen werden. Doch ob es dabei bleibt? Zwischenzeitlich hat es nicht nur einen Wechsel des Regierungschefs gegeben, sondern auch an der Spitze des Stiftungsrates. Das heißt, dass sie sich auch erst einarbeiten muss.

Apropos Zusammenarbeit. Panning guckt voller Vorfreude auf  die Erweiterung des Europäischen Parkverbundes Lausitz von Graf Brühl bis Fürst Pückler durch fünf Parkanlagen aus Polen, Sachsen und Brandenburg. „Es ist eine gute Gesamtkonstellation, den Kreis um Bad Muskau zu schlagen“, so Cord Panning. Weitere Höhepunkte folgen. Ob es nun die Ausstellung der polnischen Gegenwartskunst ist, die ab März gezeigt wird, oder die Schauen über die Standesherren derer von Arnims ab Juni und über den Prinzen der Niederlande ab Herbst. Auch wenn beides zusammen viel Arbeit bedeutet.

Dank professionell agierender Mitarbeiter, die sich für ihren Park engagieren, seien auch Besuche der Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) oder der Mitarbeiter deutscher Schlösserverwaltungen gut vorbereitet worden und dann super über die Bühne gegangen, lobt der Chef. Zudem haben die hochkarätigen Gäste auch in Sachen Marketing gewirkt. „Ist doch toll, wenn wir in der Tagesschau laufen“, schätzt Panning ein.

Am Samstag und Sonntag haben Interessierte letztmalig die Gelegenheit, die Ausstellung „Bad Muskau in der 1980er-Jahren“ im Neuen Schloss zu besichtigen. Zu sehen sind Bilder aus dem Nachlass des Fotografen Bernd Quint und vom ehemaligen Parkmeister Ekkehard Brucksch aus dieser Zeit. Geöffnet ist von 11 bis 16 Uhr. Der Eintritt beträgt drei Euro, ermäßigt 1,50 Euro.

In die Sanierung des Rohbaus fließen 1,8 Millionen Euro. Rund 250 000  Euro hat die Sicherung gekostet.
In die Sanierung des Rohbaus fließen 1,8 Millionen Euro. Rund 250 000  Euro hat die Sicherung gekostet. FOTO: Joachim Rehle
Ein Blick ins Innere des ehemaligen Logierhauses – der Villa Pückler. Norbert Seibt von der SIB begleitet das Bauvorhaben.
Ein Blick ins Innere des ehemaligen Logierhauses – der Villa Pückler. Norbert Seibt von der SIB begleitet das Bauvorhaben. FOTO: Regina Weiß
Die Baulücke am Badehaus wird bis Herbst dieses Jahres geschlossen. Die Rundbogenfenster sind zu erkennen.
Die Baulücke am Badehaus wird bis Herbst dieses Jahres geschlossen. Die Rundbogenfenster sind zu erkennen. FOTO: Regina Weiß