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Von „Lohengrin“ bis zu den „Meistersingern“

Krauschwitz.. Sangeslust und Sangesfreude sind seit je her Familientradition im Hause König. Deshalb ist es auch nicht verwunderlich, dass der Bad- Muskauer auch heute noch aktiver Gastsänger der Semperoper in Dresden ist. Von AndrÉ Kurtas

Klaus König ist längst nicht nur in der Region eine Sängerpersönlichkeit. Im Laufe seiner langen Sängerlaufbahn arbeitete er bei gemeinsamen Konzerten unter anderem auch mit solchen weltbekannten Dirigenten wie Kurt Masur, Collin-Dawis oder Leonit Bernstein zusammen.
Am 26. Mai 1934 in Beuthen/Oberschlesien als Sohn eines Malermeisters geboren, kennzeichneten seine Kindheit auch Vertreibung und Krieg. Bereits während seiner Schulzeit in Bad Muakau stand er seinem Vater als Maler zur Seite. Nach dem Schulabschluss absolvierte Klaus König eine Lehrausbildung im Malerhandwerk. Danach war der Krauschwitzer als Schlosser, Maler und Schweißer bei der Reichsbahn tätig.
Nach seiner Meisterprüfung im Malerhandwerk eröffnete er bereits 1956 einen eigenen Meisterbetrieb, der später in eine Lackiererei umprofiliert wurde. Sangeslust und Sangesfreude gehörten schon zur damaligen Zeit zur Familie und zur Arbeit dazu. Klaus König trällerte zusammen mit seinem Vater auch während der Arbeit so manches Liedlein. Deshalb wusste wohl auch jeder Bürger von Bad Muskau und Umgebung, wo die Firma König tätig war.
Seine Sängerlaufbahn begann König im Kirchenchor der Pfarrgemeinde „Mariaaufnahme in den Himmel“ in Bad Muskau. Bereits damals übernahm er in diesem Chor solistische Aufgaben. Fast die ganze Familie König gehörte ebenfalls dem gemischten Volkschor „Eintracht“ in Bad Muskau an.
Das Gesangstalent von Klaus König wurde natürlich auch fachlich gefördert. Seine erste stimmliche Ausbildung erhielt er an der damaligen Volkshochschule in Cottbus. Zwei Bewerbungen für ein angestrebtes Gesangsstudium an der Hochschule für Musik in Dresden wurden abgelehnt. Dank seiner Beharrlichkeit und treu seinem Grundsatz: „Wenn ich etwas mache, dann mache ich es richtig“ , nahm König Privatgesangsunterricht beim Kammersänger der Staatsoper Dresden, Johannes Kempter. Diesem Gesangspädagogen ist es sicherlich auch zu verdanken, das sich Klaus König zum „Meistersinger des Kulturraumes Oberlausitz-Niederschlesien“ entwickelte, obwohl er neben der Gesangsausbildung gleichzeitig seinem Handwerk nachging. Eine Stimmbandoperation und Sprechverbot machten eine kurzweiligen Zwangspause in der Gesangsausbildung notwendig. Johannes Kempter brachte Klaus König in hervorragender Weise die elementarsten Grundlagen des Gesangs bei, um als Sänger auf den großen Bühnen dieser Welt zu bestehen: die „Stütze“ und das „Singen in die Maske“ . Mit 35 Jahren legte der Bad-Muskauer dann sein Staatsexamen an der Hochschule „Carl-Maria von Weber“ in Gesang ab. Es folgte sein erstes, längeres Bühnenengagement am Stadttheater in Cottbus. Am Theater in Dessau entdeckte man ihn als lyrischen Heldentenor.
So blieb es nicht aus, dass Verpflichtungen an der Staatsoper in Leipzig und an der Staatsoper in Dresden folgten. Auch bei der Wiedereröffnung der Semperoper war König mit dabei und sang die Partie des Max im „Freischütz“ .
Es folgte eine Weltkarriere des Krauschwitzers mit Gastspielen in New York, Tokio, Barcelona, Paris, Mailand, Wien und Zürich, angefangen vom „Lohengrin“ und den „Meistersingern von Nürnberg“ über Erik im „Fliegenden Holländer“ , dem Floristen in „Fidelio“ bis hin zur Partie des „Tannhäuser“ von Wagner, die er in seiner erfolgreichen Sängerlaufbahn weltweit über 250 Mal interpretierte, reicht die Gesangspalette. Und Klaus König singt immer noch. An der Semperoper ist er als Gastsänger tätig.
Wenn er nicht gerade wieder einmal irgendwo auf den Bühnenbrettern steht, hat er die Schippe in der Hand und werkelt auf seinem Grundstück herum. Klaus König ist eben auch noch mit 69 Jahren ein rastloser Mann.