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Von fliegenden Senioren und komischen Ideen

Ohne die Vereine, die so manche Veranstaltung stemmen, sähe es recht trostlos auf den hiesigen Dörfern aus. Deshalb tut den Mitstreitern Lob von "oben" immer gut. ni/ckx

Jörg Funda, der zurzeit die Bürgermeister-Geschäfte in Schleife leitet, weil Reinhard Bork noch krank ist, bedankte sich jetzt bei den Aktiven des SR-1- und -2-Treffens. Es sei klasse, dass sie alle Orte im Kirchspiel Schleife in diese Veranstaltung einbeziehen. Der Ortschaftsrat schloss sich dem an, und Vorsteher Wolfgang Goldstein kündigte an, den Verein mit 100 Euro zu unterstützen - zweckgebunden für besagtes Treffen.

Apropos Einsatz. Den haben auch die Floriansjünger aus der Gemeinde Schleife kürzlich bei einer Alarmübung in der Oberschule bewiesen. Schulleiter Wolfgang Goldstein war hellauf begeistert, als er davon in der Gemeinderatssitzung berichtete. Besonders erwähnenswert war, dass die Schüler, die in ihren Heimatorten zur Jugendwehr gehören, aktiv in die Übung einbezogen wurden.

Das kulturelle Leben in Trebendorf ist reich. Den Beweis trat Dorfklub-Vorsitzender Wolfgang Zech in dieser Woche an, als er sämtliche Veranstaltungen seit der letzten Gemeinderatssitzung aufzählte und einen Ausblick auf die nächsten Veranstaltungen gab. Die Zuhörer erfuhren, dass es in Trebendorf etwas gibt, das seinesgleichen vergeblich sucht: "Die Senioren machten am 17. Mai einen Fahrrad-Flug." Hoffentlich mit weicher Landung . . .

Dass der Mühlroser Kultur- und Sportverein öffentlich mitteilte, der Ortschaftsrat habe für den Arbeitseinsatz am Schwimmbad kein Interesse gezeigt, erboste so manchen Rat. Senior Peter Krause sei dabei gewesen, habe zugepackt und die Kollegen entschuldigt. Außerdem hätten sich diese schon einige Zeit zuvor dran gemacht, zum Beispiel Laub zu beseitigen, hieß es unter anderem Mittwoch im Gemeinderat.

Ganz praktisch wollte Dr. Bernhard Wachtarz das Problem des Ärztemangels in Weißwasser angehen. Wie er am Donnerstag bei einem Bürgerforum erklärte, "setze ich mich gern einen Tag die Woche hin und schreibe nur Rezepte für die Patienten". Immerhin müsse den Menschen jetzt geholfen werden und nicht erst in einigen Jahren. Dr. Karl-Heinz Dreier verschlug es kurzzeitig die Sprache. Dann fasste er sich und sagte: "Das ist Polemik wie in der Bildzeitung! Sie können doch nicht einfach Rezepte ausschreiben, ohne Patienten zu untersuchen."

In Summe sind 80 000 Euro viel Geld. So viel gibt die Kassenärztliche Vereinigung (KV) Sachsen für die Förderung eines Medizinstudenten aus. 20 sind derzeit in Ungarn zum Studium. "Man muss es mal ins Verhältnis setzen und sagen, was wir davon haben. Dr. Dreier gibt das in drei Monaten für Rezepte aus", so KV-Chef Klaus Heckemann. Karl-Heinz Dreier konnte da nur mit dem Kopf schütteln: "Nein, in einem Monat." Heckemann entgegnete, "ich wusste ja nicht, dass Sie so eine große Praxis haben". Ob der KV-Chef verstanden hat, dass nicht die Größe der Praxis, sondern die Anzahl der Patienten für die Ausgaben verantwortlich ist, darf wohl bezweifelt werden.