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Von der Eiszeit bis zu Pückler

Das Kavaliershaus am Neuen Schloss in Bad Muskau soll zum Besucherzentrum des Muskauer Geoparks in Sachsen werden.
Das Kavaliershaus am Neuen Schloss in Bad Muskau soll zum Besucherzentrum des Muskauer Geoparks in Sachsen werden. FOTO: Christian Köhler
Bad Muskau. Das Kavaliershaus in der Nähe des Neuen Schlosses in Bad Muskau soll zum sächsischen Besucherzentrum für den Muskauer Geopark werden. Mit dieser Neuigkeit platzt Hansjörg König, Vorsitzender des Stiftungsrates der Fürst-Pückler-Stiftung am Donnerstag in Bad Muskau heraus. Christian Köhler / ckx

"Es ist unser Wunsch, so das Gebäude nachhaltig zu nutzen", erklärt der Staatssekretär des sächsischen Finanzministeriums der RUNDSCHAU. Ihm sowie dem gesamten Stiftungsrat sei klar, dass dafür allerlei Hürden zu überwinden sind. "Aber der Geopark Muskauer Faltenbogen muss nun liefern", unterstreicht Parkleiter und Geschäftsführer der Stiftung Fürst-Pückler-Park Bad Muskau Cord Panning.

Immerhin steht im kommenden Jahr die Verteidigung des Unesco-Titels für den Geopark an. Eine abschließende Entscheidung soll 2019 fallen. Und bis dahin müssen Konzepte her. So müssten beispielsweise eine grenzüberschreitende Struktur aufgebaut und drei Besucherzentren in Polen, in Brandenburg und in Sachsen eröffnet werden. "Und die Idee in Bad Muskau ist, die Eiszeit und Fürst Pückler unter einem Dach zu vereinen", sagt Cord Panning. Damit könnten einerseits beide Welterbetitel - der des Muskauer Pückler Parks und des Geoparks - verbunden werden und andererseits den Besuchern im Kavaliershaus die Geschichte der gesamten Region nähergebracht werden. Schließlich hatte den Geopark nicht nur die Eiszeit geformt, sondern auch Pückler mit seinem Landschaftspark und den Bergbauaktivitäten. Diese Argumente, so Panning weiter, seien im Beirat des Geoparks bereits diskutiert und als "Chance für die gesamte Region" befunden worden. Dass nämlich damit das Besucherzentrum nicht, wie einmal vorgesehen, im Weißwasseraner Bahnhof nach dessen Sanierung ansässig sein würde, sei laut Panning ebenfalls im Beirat besprochen worden.

Bad Muskaus Bürgermeister Andreas Bänder (CDU) sieht mit dem Sitz des Besucherzentrums in Bad Muskau "eine einmalige Chance verwirklicht", die es so in Deutschland kein zweites Mal gebe. Für die Parkstadt sei der Tourismus der alles entscheidende Wirtschaftsfaktor, zählte man 2016 doch laut Andreas Bänder mehr als 400 000 Gäste in Bad Muskau.

Mit dem jetzigen Vorhaben hat auch die jahrelange Diskussion, das Kavaliershaus als Hotel zu nutzen, ein endgültiges Ende gefunden. Die Stiftung hatte bereits 2016 eine Hotelnutzung des leer stehenden Hauses abgelehnt.

Zum Thema:
Für die grenzüberschreitende Zusammenarbeit im Geopark kommt die Gründung eines Europäischen Verbundes für territoriale Zusammenarbeit (EVTZ) infrage. Dieser würden neben den Landkreisen Spree-Neiße und Görlitz das Marschallamt der Wojewodschaft Lubuskie, der polnische Staatsforst, das Amt Döbern-Land, die Städte Weißwasser und Bad Muskau sowie Leknica und Trzebiel angehören. ckx