Der Ethnologe Robert Lorenz schildert im neuen Oberlausitzer Hausbuch in einem Augenzeugenbericht die Aufbauzeit der Brikettfabrik Werminghoff (heute Energiefabrik Knappenrode). Lorenz lässt dabei den gebürtigen Lohsaer Ernst Wukasch erzählen, der vor genau 100 Jahren bereits als Minderjähriger in der Brikettfabrik zu arbeiten begann. Zur Sprache kommt unter anderem, wie die Arbeiter ihren Schachtmeister mit Knüppeln jagten, da ihnen bei der Anwerbung höhere Stundenlöhne versprochen worden waren als dann tatsächlich gezahlt wurden. Wukasch wurde zu DDR-Zeiten als "verdienter Arbeiterveteran des Volkes" geehrt.

Um "Kupfer in der Lausitz" geht es im Artikel von Wolfgang Schanze. Detailliert beschreibt er die Lagerstätte zwischen Spremberg und Weißwasser, die im Jahr 1954 entdeckt worden war. Bereits vom Anfang des 16. Jahrhunderts an ist von einer Kupferlagerstätte unweit von Ludwigsdorf bei Görlitz die Rede. Ende des 19. Jahrhunderts wurden dort über 340 Tonnen Kupfererz gewonnen.

Der Frage, wie viele Quellen die Spree hat, geht Dr. Siegfried Schlegel nach. Allerdings gibt der Autor darauf keine Antwort, verweist aber darauf, dass sich die Ebersbacher ihre Quelle von einem General-Feldmarschall als einzig offizielle bestätigen haben lassen. Allerdings erheben auch die Walddorfer und die Neugersdorfer darauf Anspruch.

Darüber hinaus befasst sich das neue Hausbuch mit dem "Zeigefinger des Lausitzer Seenlandes". Gemeint ist die langgestreckte Halbinsel im Partwitzer See.

Zudem gibt es unter anderem Informationen über Tod- und Trauerrituale bei den katholischen Sorben, über den Bautzener Maler Hellmut Rabitz sowie über die düsteren Zeiten in der Oberlausitz während des Dreißigjährigen Krieges.

Ein Kalendarium mit den Geburts- und Sterbedaten bekannter Oberlausitzer sowie die Übersicht zu den Kirchweihfesten runden das Werk ab. Es ist ab sofort überall im regionalen Buchhandel für 7,90 Euro erhältlich.