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| 15:45 Uhr

Aufgeschnappt
Wenn der Fahrer schön aussieht und oder ein Graukopf ist

Das Cult-Car von Halbendorf sorgte für Aufsehen.
Das Cult-Car von Halbendorf sorgte für Aufsehen. FOTO: Regina Weiß
Weißwasser. Was die RUNDSCHAU-Reporter in dieser Woche in Weißwasser und Umgebung erlebt haben.

Der Tag des offenen Denkmals war in Weißwasser ein großer Erfolg. Über 400 Besucher kamen, um vor Ort interessante Informationen über die sechs Denkmalobjekte zu erhalten. „Die Mitglieder der Denkmalkommission Weißwasser möchten allen Helferinnen und Helfern, die Führungen durchführten und die Vorbereitungen für diesen Tag geleistet haben, recht herzlich Dank für ihre Unterstützung sagen“, so Günter Segger, Vorsitzender der Denkmalkommission. Natürlich sei man auch froh gewesen über das Interesse der Besucher und ihre Meinungsbeiträge. Einige Gäste konnten persönliche Erfahrungen aus der Arbeit an diesen Orten beisteuern. 2019 werden wieder Denkmale geöffnet, kündigt Segger an. Das Kind im Manne oder wenn Männer wirklich nie groß werden – hätte auch als Überschrift über dem 11.Traktortreffen in Halbendorf stehen können. Für besonderes Aufsehen sorgte eine großer Buggy. Das Gefährt ist Marke Eigenbau, wie André Ahr von den Cult-Cars erklärt. Mit einem Zwölf-Zylinder-BMW-Motor, fünf Liter Hubraum und 300 PS kann man es mit dem Teil richtig krachen lassen. In diesem Jahr wurde das Auto fertiggestellt.

DJ Paul, Thomas Walter, ist ein versierter Moderator. Das stellte er beim Traktorpulling am Samstag in Halbendorf wieder unter Beweis. Was ihn allerdings maßlos ärgerte, waren nicht richtig ausgefüllte Startzettel. „Was soll ich denn damit anfangen können, wenn unter dem Fahrernamen ,sieht gut aus’ steht“, mokierte er sich. Doch der Frust hielt nicht lange an. Kein Wunder, wenn er durchsagen musste, dass Herr N. am Bierwagen steht. Die Info war für N.’s Frau gedacht. Hatte sie ihn am Tresen abgestellt, war das Geld ausgegangen? Keine Ahnung.

Der Ur-Vater des Traktorentreffens in Halbendorf kam nicht etwa mit dem Traktor daher. Nein, Heinz Bastian rollte mit dem DDR-Minifahrrad an. Über  Qualität der diesjährigen Veranstaltung war er des Lobes voll. Über 170 Traktoren – das kann sich doch echt sehen lassen, war er fasziniert. Vom gastgebenden Verein bekam er übrigens das goldene VIP-Bändchen überreicht: Essen und Trinken frei.

Der Ur-Vater des Traktor-Pulling Heinz Bastian, hier im Gespräch mit Thomas Walter (DJ Paul)
Der Ur-Vater des Traktor-Pulling Heinz Bastian, hier im Gespräch mit Thomas Walter (DJ Paul) FOTO: Regina Weiß

Ohne ehrenamtliche Helfer hätte sich beim jüngsten Halbendorfer Traktorpulling kein Rad bewegt. Und wäre auch kein Wasser für die Bewässerung der Veranstaltungsfläche geflossen. Dafür zeichneten  die Feuerwehrkameraden verantwortlich. Zuständig war aber nicht die örtliche freiwillige Feuerwehr, sondern es waren die Jungs von der Schleifer Historik-Feuerwehr, stellt Protagonistin Sandra Welz klar.

Auf die schwierige Straßenbaustelle Edelstraße in Halbendorf schaut der Groß Dübener Bürgermeister Helmut Krautz mit Sorge. „Ich werde mir wohl langsam einen neuen Arzt suchen müssen“, kündigte er in der jüngsten Ratssitzung an. Seine Hausärztin samt Praxis ist auch Anrainerin an der genannten Straße.

Nachwuchs-Prinzessin Emilia mit Silko Hoffmann, Vorsitzender Herzenswünsche-Verein, im Gespräch.
Nachwuchs-Prinzessin Emilia mit Silko Hoffmann, Vorsitzender Herzenswünsche-Verein, im Gespräch. FOTO: Kluth

Nachwuchs-Prinzessin Emilia Kluth aus Weißwasser ist nach der Überraschungstour an ihrem fünften Geburtstag noch tagelang hin und weg gewesen. Dass das der Verein Herzenswünsche Oberlausitz unter seinem Vorsitzenden Silko Hoffmann bewerkstelligt hat, ist für sie ein nachhaltiges Erlebnis gewesen. „Es ist uns deshalb eine Herzensangelegenheit, allen, die an dieser Überraschung beteiligt waren, ein großes Dankeschön zu sagen“, so Mutti Mandy Kluth und Oma Monika Milk. Für Emilia war damit der achtwöchige Krankenhausaufenthalt – das kleine Mädchen leidet an Epilepsi – vergessen. Die Kromlauer Blütenkönigin Stefanie sowie -prinzessin Antonia waren Teil der Überraschung gewesen.

Ohne Sponsoren läuft auch ein Fußballturnier für Hortmannschaften in Weißwasser nicht. Doch als Organisator Frank Konietzky bei der Begrüßung den Hauptsponsor benannte, passierte ihm ein Fauxpas. Konietzky sprach von Wohnungsbaugenossenschaft. Doch Gesellschaft wäre richtig gewesen. Petra Sczesny, Geschäftsführerin der Wohnungsbaugesellschaft, nahm es mit Humor: „Die Generalprobe ist gerade misslungen.“

Launig stieg Stadtrat und Stellvertertreter des Oberbürgermeisters Hartmut Schirrock in seine Begrüßung bei der Tagung des Ärztenetzwerks in dieser Woche in Weißwasser ein. Er wüsste gar nicht, warum gerade er ausgewählt worden sei, hier eine Rede zu halten, gebe des doch drei Stellvertreter. Vielleicht läge es daran, dass er einen französischen Freund habe, der seinen Namen immer wie Chirurg ausspreche. Tatsächlich komme sein Name aus dem Sorbischen und bedeute Graukopf. „Ich weiß gar nicht, warum?“, nahm er seine eigenes Alter etwas auf die Schippe. Dann wurde er ernst, schilderte, dass sich die Menschen hier alleingelassen fühlten in den Randgebieten beim Thema medizinische Versorgung. Vielmehr fordern sie Antworten. „Es soll endlich konkret werden und das auch nicht erst irgendwann.“

Positiv überrascht war der Trebendorfer Bürgermeister Waldemar Locke vom jüngsten Besucheransturm in seinen Ort anlässlich des Tages des offenen Denkmals. Im Tagebauvorfeld wurden diverse Ausgrabungen der Archäologen präsentiert. „Schon spannend, was unsere Vorfahren hier aufgebaut hatten“, staune Locke. „Das kann nicht jedes Dorf von sich sagen.“

⇥ (rw/trt)

(rw/trt)