“Weit abgeschieden in der Stille der Heide liegt das Dorf mit seinem eigenartigen Schlosspark. Der Fremde, der von Weißwasser aus Kromlau einen Besuch abstatten will, wird den Sandweg nicht so leicht finden, denn der Einheimische kennt verschiedene Wege, die sich durch die Heide schlängeln. Bald verschwindet der niedrige Heidewald und die Landschaft geht in freies Wiesenband über. Im Hintergrund tauchen strohverkleidete Dächer auf - Kromlau.„{+1} Eigentlich nichts besonderes, ein kleines Heidedorf, wie es viele vor hundert Jahren in dieser Gegend gab. Es wäre auch nicht erwähnenswert, wenn es da nicht doch eine Besonderheit gab, wie der Bericht fortfährt: “Sein 500 Morgen großer Park übt die größte Anziehungskraft zur Zeit der Rhododendron-Blüte aus. Perlmutterglanz, weiß, opal, purpurfarben, gold-orange sehen wir abwechselnd in einer unvorstellbaren Farbenpracht. Diese Pflanzengruppen erreichen auch in unserem Klima eine Höhe von fünf bis sechs Meter. Ganz Deutschland wird von der Schlossgärtnerei Kromlau mit diesen farbenprächtigen Zöglingen beliefert.„ Das erfolgte so in den zwanziger und dreißiger Jahren des vergangenen Jahrhunderts, bis zum Ende des Krieges 1945. Der Bericht erinnert auch an den Anfang einer Leidenschaft: “Friedrich Hermann Rötschke soll ein seltsamer Mann, ein unverheirateter Sonderling gewesen sein. Er soll riesige Ländereien an der russisch-polnischen Grenze besessen haben und nach seiner eigenen Bestätigung der Zarenfamilie entstammen.„ Rötschke war ein leidenschaftlicher Naturfreund und ließ sich vom benachbarten Pückler-Park inspirieren. Er hatte viel vor mit seinem Park in Kromlau, nur leider verschwand er so geheimnisvoll, wie er gekommen war und seinem Sohn Theodor wohl Kromlau überlassen. Dies führte anschließend zu einer Legende, worin die schönen Frauen seiner Umgebung und Friedrich Hermann eine Rolle spielten.{+2}

“Verlässt man das Schloss über die breite Freitreppe zum Wiesengrund, nähert man sich der größten Teichanlage unter einem schattigen Blätterdach. Am Weg liegen, wild überwuchert, Wassertümpel unterschiedlicher Größe. Bald erreicht man den breit auslaufenden Wasserspiegel, welcher von einem fest gefügten Brückenbogen kühn überspannt ist. Felsgrotten zieren den steingeblockten Aufgang. Spitz ragen scharfgekanntete Basaltkegel auf. Zum Teich führt eine breite Freitreppe hinunter und zur rechten Wasserseite öffnet sich ein kleiner Gondelhafen. Ein grüner Parkgürtel umrahmt die gesamte Teichanlage. Unter den Bäumen befinden sich einige Besonderheiten. So stehen neben der amerikanischen Goldeiche und der Blaufichte die größte Trauerbuche Deutschlands, die größte farnblättrige Buche Schlesiens und der Trompetenbaum, der nur alle zwei Jahre blüht. Riesige Baumgruppen von verschiedenartigen Akazien, Blutbuchen, kanadischen Tannen, Weymutskiefern, Wacholder und Zypressen bieten mit ihrer vielartigen Belaubung einen prächtigen Gegensatz zur schlichten Heide.„{+3}

Zurzeit des Berichtes, im Jahr 1940, aber war der Park weitgehend unbekannt und kaum zu finden, er war auch, außer im Bereich der Rhododendronzucht, kaum gepflegt worden, mehr wirtschaftlich genutzt und er drohte vom umgebenden Wald vereinahmt zu werden. Dieser Zustand blieb auch so bis zum Jahr 1966, in dem die Wiederherstellung des Parkes begann. Forstleute mit einigen einheimischen Park- und Naturfreunden nahmen sich der Aufgabe an.

Das dauerte natürlich seine Zeit, wie der Leiter der Parkrestauration Forstmann Fritz Nowusch in einem Aufsatz 1974 schrieb: “. . . .der noch vor einigen Jahren recht unbekannte Rhododendronpark in der kleinen Gemeinde Kromlau.„{+4}

{+1} H., Hans: Der Schlosspark von Kromlau, um 1940. Vergl. : Ein Ausflug nach Kromlau, in: Kreisplan für Heimatkunde, Kreis Weißwasser 1955.

{+2} Houwald, Götz Freiherr von: Die Niederlausitzer Rittergüter und ihre Besitzer. - Neustadt an der Aisch: Verlag Degener u. Co.,, 1981. - Band 2 : Kreis Sorau. - S.336 ff.

{+3} Autor unbekannt

{+4} Nowusch, Fritz: Rhododendronpark Kromlau, 1974, in Zeitschift Landschaftsarchitektur 4/74.