Ein kleines bisschen chaotisch sieht es noch aus im neuen Büro von Milton Tauche in der Weißwasseraner Eisarena. "Das ist mein neuer Arbeitsplatz", sagt er, während er einige Unterlagen sortiert. Tauche ist Mitarbeiter der Stadtverwaltung und war bis dato mit der Abwicklung der Wesda beauftragt. Seit dem 28. Oktober soll er sich jedoch nur noch zu einem Drittel seiner Arbeitszeit mit der Wesda beschäftigen. "Die anderen zwei Drittel stehe ich der Eisarena zur Verfügung", erklärt Milton Tauche.

Die Stadtverwaltung sei auf ihn zugekommen, erzählt er, und per Weisung des Oberbürgermeisters Torsten Pötzsch (Klartext) ist er nun für die Eisarena zuständig. Das habe der 51-Jährige bereits im vergangenen Stadtrat im nicht öffentlichen Teil den Stadträten mitgeteilt. "Ich finde es gut, dass er den Job übernimmt", sagt Timo Schutza (Klartext) schon am Rande des Stadtrates in der vergangenen Woche. Tauche verfüge über die Kompetenz, die anstehenden Aufgaben zu bewältigen, so Schutza.

Und davon haben es einige in sich. "Wir konnten nur eine kurze Übergabe mit meinem Vorgänger machen", beschreibt Tauche die Situation. In manches Detail müsse er sich noch hineinarbeiten. Dabei erhalte er große Unterstützung sowohl vonseiten des Eissports als auch von der Verwaltung. Die Verantwortlichen auf beiden Seiten kennt der Weißwasseraner seit Jahren. Das, so erklärt auch Oberbürgermeister Torsten Pötzsch, sei ein ausschlaggebendes Kriterium für die Wahl Tauches gewesen. "Mir ist bewusst, dass ich bei Interesen immer zwischen den Stühlen sitze", sagt Milton Tauche. Er wisse, dass er Beschlüsse der Stadträte umsetzen muss, der Verein jedoch auch eigene Standpunkte vertrete. "Da wird es sicherlich Reibereien geben", ist sich Tauche sicher, "aber ich möchte eine Balance zwischen allen hinbekommen." Dazu hat er sich vorgenommen, zunächst alle Beteiligten an einen runden Tisch zu setzen. Dort werde er die Anliegen erfragen und an Lösungen erarbeiten.

Darüber hinaus stehe für den praktisch veranlagten Tauche jedoch allerlei Organisatorisches ins Haus. Das Eismärchen am 12. Dezember beispielsweise wirft schon seine Schatten voraus. Der Vorverkauf ist bereits angelaufen und es gilt, noch jede Menge Detailfragen zu klären. Auch das bisherige Konzept, eine Eisdisko jeden Samstag in der Eis arena anzubieten, will Tauche überprüfen. "Da die Gästezahlen ausbleiben, ist das Konzept nicht wirtschaftlich", sagt Tauche. Immerhin rechne sich eine solche Veranstaltung nur, wenn genügend Gäste auch tatsächlich kommen. Der Eishallenleiter wolle die Eisdisko nicht gänzlich über Bord werfen, jedoch das Angebot gezielter unterbreiten. Er könne sich vorstellen, alle vier bis sechs Wochen eine Eisdisko anzubieten. Die Termine wolle er mit anderen Veranstaltern der Stadt absprechen, sodass Überschneidungen künftig vermieden werden könnten.

Am vergangenen Freitag hatte Milton Tauche sein erstes Profi-Heimspiel als Leiter der Eisarena. "Ich bin sozusagen gleich ins kalte Wasser gesprungen", erzählt er. Trotz der vielen Arbeit habe er Freude an seiner neuen Tätigkeit, auch wenn manches vielleicht nicht immer Spaß macht. "Die 78 unbeantworteten Anrufe auf dem Anrufbeantworter habe ich jedenfalls schon abgearbeitet", sagt er lachend.