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Vom Jetzt und vom Heute

Vor nicht allzu langer Zeit las ich in einem Buch über das Christentum, es sei eine veraltete auf das Jenseits bezogene Religion. Je näher der November käme, um so mehr würden sie vom Tod reden. Von <br> Dr. Andreas Holzhey

Ginge es dann wieder auf den Frühling zu hätte der Karfreitag eine größere Bedeutung als der Ostermorgen. In der Tat, so scheint es zu sein. Wir machen es uns schwer mit der Wirklichkeit und vertrösten uns lieber in die Ewigkeit. Das ist einfacher und unverfänglicher, da brauche ich nicht unbedingt Stellung zu nehmen. Deshalb möchte ich Sie gern an diesem Novembermorgen mitnehmen in das Jetzt und Heute, denn die Botschaft der Bibel gilt nicht den Toten, sondern den Lebenden. Vorweg aber noch eins: Wir müssen auch über den Tod, die Vergänglichkeit und die Ewigkeit reden. Das alles gehört dazu. Aber wir dürfen uns nicht dahinter verstecken, weil uns zum Jetzt und zum Heute nich ts mehr einfällt. In der kommenden Woche soll uns ein Spruch aus dem Korintherbrief des Apostel Paulus begleiten. Er lautet: „Siehe, jetzt ist die Zeit der Gnade, siehe jetzt ist der Tag des Heils“ (2. Kor. 6,2). Vielleicht spricht es Sie ja an, dass da aus einer längst vergangenen Zeit und einer ganz anderen Welt eine Botschaft in Ihr Haus kommt mit der Zielrichtung, es geht um Dich, Deinen Tag und Dein Leben. Die Zeit ist nicht etwas, was ich mir erkaufen muss, sondern sie hat jetzt ihren Sinn. Und der Tag ist nicht irgendetwas beschwerliches, sondern er ist heute mein Tag. Und das Leben ist nicht etwas sinnloses, sondern wird sinnvoll durch mich. Ich bin angesprochen und nicht immer der Andere. Ich bin verantwortlich und nicht ein Gott der Ewigkeit. Ich lebe im Jetzt und Heute. Und das Schönste - ich werde von Gott geliebt.