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Voller Stolz auf die Zeugnisse

Die Klasse APF 21 mit einigen ihrer Dozenten und der ehemaligen Schulleiterin Roswitha Rodig (2. v. r.). Gemeinsam wurden die bestandenen Zeugnisse gefeiert.
Die Klasse APF 21 mit einigen ihrer Dozenten und der ehemaligen Schulleiterin Roswitha Rodig (2. v. r.). Gemeinsam wurden die bestandenen Zeugnisse gefeiert. FOTO: Regina Weiß
Bad Muskau/Weißwasser. Sie haben sich schick gemacht, denn es ist auch besonderer Anlass, zu dem sich die Klasse APF 21 am Donnerstag an der Turmvilla in Bad Muskau versammelt. Es ist ihre Freisprechung samt Zeugnisübergabe. Regina Weiß

Dafür haben die Frauen und Männer drei schriftliche, drei mündliche sowie eine praktische Prüfung absolviert. Beim letztgenannten Teil haben ihnen die Dozenten sozusagen bei jedem Handgriff über die Schulter geschaut. Außerdem liegt eine drei- beziehungsweise zweijährige Ausbildungszeit in der Altenpflegeschule Datey Weißwasser hinter ihnen. Neben der theoretischen Wissensaneignung haben die acht Frauen und zwei Männer gearbeitet, waren im Schichtdienst tätig. Deshalb ist für sie der Donnerstag ein Tag zum Feiern.

Die Belastung Schule, Arbeit und Familie zu stemmen, sei schon enorm und teilweise eine Herausforderung gewesen, erklärt Pauline Schulz. Sie hatte in der Ausbildungszeit ein Baby bekommen.

"Unser Klassenzusammenhalt war klasse", kann Klassensprecherin Johanna Gottschlich in Namen aller erklären. Und das, obwohl die Startbedingungen ganz unterschiedlich waren. Von 18 bis 44 Jahre alt waren die Auszubildenden vor drei Jahren. Für einige war es die erste, für andere die dritte Ausbildung. Gemeinsam haben sie sich dem immensen Lehrstoff gestellt. Pillepalle seien die Anforderungen keineswegs gewesen. "Da hieß es lernen, lernen, lernen", so Johanna Gottschlich. Dazu haben sie sich auch gemeinsam auf den Hosenboden gesetzt. Ein Dankeschön ergeht an ihre Dozentinnen Sabine Pehla, Kerstin Buttgereit, Britta Mitschke, Anja Nietzelt und Schulleiterin Roswitha Rodig. "Ohne sie hätten wir es nicht geschafft", erfährt die RUNDSCHAU.

Die examinierten Pflegefachkräfte arbeiten bei den Unternehmen Liebig, Kursana, Hofe, Krause, Kunze und der Awo.

Oder sie hängen gleich noch eine Ausbildung dran, so wie Brenda Weiß. Sie will am Carl-Thiem-Klinikum Krankenschwester werden. Vanessa Krahl hat das Angebot ihrer Chefin angenommen und nutzt eine Qualifizierungsmöglichkeit zur Pflegedienstleiterin. Intensivpflege könnte sich Johanna Gottschlich vorstellen, Nicolle Horn den Praxisanleiter für künftige Auszubildende. Auch diese Weiterbildungsmöglichkeiten, die sich ihnen nun erschließen, gaben für einen Großteil der Klasse den Ausschlag für die Ausbildung. "Sonst trampelst du nur auf der Stelle", sagt Johanna Gottschlich zur Begründung. "Es ist der einzige Job mit Zukunft und mit Aufstiegsmöglichkeiten", erklärt Claudia Büchner ihre Motivation.

Zur Klasse gehörten noch Jennifer Quos, Pascal Läsecke, Sebastian Berndt und Doreen Kleemann.

Blumen gab es nach der Zeugnisübergabe für Roswitha Rodig für ihre Arbeit als Schulleiterin. Zum 1. September gab es in der Altenpflegeschule des Datey-Vereins einen personellen Wechsel. Elisabeth Merkel übernimmt die Leitung. Dies steht in Zusammenhang mit der mit der Neuausrichtung ihres Konzeptes für die Berufsfachschulausbildung in der Neißeregion. Auslöser ist das Pflegeberufereformgesetz, das im Juni von Bundestag und Bundesrat beschlossen wurde (sieh Infokasten)

Zum Thema:
Das neue Gesetz sieht vor, dass die Berufe der Gesundheits-/ Kranken- und Altenpfleger ab dem Ausbildungsjahr 2019/2020 zu einer gemeinsamen Ausbildung zusammengeführt werden, die zukünftige Bezeichnung lautet dann Pflegefachfrau oder -mann. Um für die neuen Anforderungen aufgestellt zu sein, werden in der Berufsfachschule Weißwasser schon jetzt die ersten Weichen gestellt. Das betrifft den Wechsel auf der Position der Schulleitung ebenso wie die Aufstockung des Lehrpersonals mit qualifizierten Nachwuchskräften und die Entwicklung eines Curriculums, welches die Lerninhalte der dann generalisierten Ausbildung wiedergibt. Die Fort- und Weiterbildung der Lehrkräfte im Bereich moderner Lehr- und Lernformen rundet den Katalog der Entwicklungsoffensive für eine den neuen Erfordernissen gewachsene Berufsfachschulausbildung ab.Damit die Qualität dieses Prozesses gesichert ist, wird derzeit ein Fachbeirat mit lokalen und überregionalen Experten aus den Praxisfeldern Gesundheit und Pflege gegründet. Die Mitwirkenden sollen den Weg hin zu einer modernen Fachschule für Pflegeberufe intensiv begleiten.