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Volkshaus sollte kein Wahlkampfthema sein

Die RUNDSCHAU hat Lothar Otto und Undine Roßbacher getroffen. Beide engagierten sich über Jahre für das Volkshaus.
Die RUNDSCHAU hat Lothar Otto und Undine Roßbacher getroffen. Beide engagierten sich über Jahre für das Volkshaus. FOTO: Christian Köhler
Weißwasser. Es schwingt Wehmut in ihren Erinnerungen mit. "Es war eine schöne Zeit damals", sagt Undine Roßbacher, "wir waren ein gutes Team. Christian Köhler

" "Man hat uns sogar mit der Stadthalle in Cottbus verglichen", erinnert sich Lothar Otto. Über viele Jahre hatten sich beide für das Volkshaus in Weißwasser engagiert, Veranstaltungen organisiert und zum Schluss - 2004 wurde das Haus geschlossen - das gesamte Inventar mit ausgeräumt.

Die neuerliche Diskussion um das Volkshaus nehmen beide irritiert auf. "Es gibt viele Fragezeichen in Bezug auf eine mögliche Neueröffnung", sagt Undine Roßbacher. Kultur trage sich nun einmal nicht von selbst, der finanzielle Hintergrund der Stadt lasse dringend nötige Investitionen im Gebäude wohl kaum zu. "Ich kann mir nicht vorstellen, dass es noch einmal so wird, wie es war", pflichtet Lothar Otto seiner ehemaligen Kollegin bei.

Beide ärgert gleichermaßen, dass es vor mehr als 15 Jahren bereits große Anstrengungen gegeben hatte, das Volkshaus zu sanieren. "Es war fast alles fertig", erinnert sich Otto. Es habe Fördermittelzusagen gegeben, ein Konzept sei erarbeitet worden. Allerdings habe es kaum Unterstützung "vonseiten des damaligen Oberbürgermeisters Rauh und des ehemaligen Finanzbürgermeisters Krause gegeben". Außerdem, so Undine Roßbacher, "hat es uns geärgert, dass der Stadtrat seinerzeit kaum bei Veranstaltungen zugegen war". Einzig der Karnevalsverein um Uli Teichert habe sich für den Erhalt des Hauses verstärkt eingesetzt.

Dass es in den letzten Jahren bei Veranstaltungen schwieriger wurde, den Saal voll zu bekommen, räumen beide ein. Die Einwohnerzahl ging in Weißwasser zurück, die Leute seien nicht bereit gewesen, Eintrittsgelder zu zahlen. "Die Gaststätte hat auch nicht so funktioniert, wie sie sollte", sagt Undine Roßbacher. Es habe Geruchsbelästigungen gegeben und unter dem Strich waren "die Bedingungen für hochwertige Kultur nicht mehr gegeben".

Zum Tag der Sachsen 2005 in Weißwasser, so berichten beide übereinstimmend, nährte sich ihre Hoffnung, dass das Volkshaus eine Zukunft haben würde. "Wir haben ja damals alles ausgeräumt, mit dem Glauben, dass das Haus saniert wird", berichtet Lothar Otto. 400 Mal sei er mit allerlei Inventar umhergefahren, habe es sicher beispielsweise in der Telux verwahrt. Jedoch wurde schnell klar, dass der Abschied wohl für länger sein würde.

Dass sich nun dem Volkshaus wieder angenommen wird, sei gut, aber zu Wahlkampfzwecken, das sei nicht gut.