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Viereichener freuen sich auf neues Grünland

Erwin Hackel zeigt an der Tafel auf die Stelle, wo Viereichen neues Grünland bewirtschaftet.
Erwin Hackel zeigt an der Tafel auf die Stelle, wo Viereichen neues Grünland bewirtschaftet. FOTO: Regina Weiß
Rietschen. Der weitere Fortgang des Tagebaus Reichwalde und die dafür nötige Schöpsverlegung ist für die Viereichener Rindfleisch-Genossenschaft nicht ohne Folgen geblieben. Dass sie dennoch eine Zukunft hat, soll auch beim Erntedankfest "Landwirtschaft im Revier" gezeigt werden. Regina Weiß

Auf der Karte sind es nur wenige Zentimeter, im wahren Leben nur ein Steinwurf. So viel trennt den Hof der Viereichener Rindfleisch e. G. von den 120 Hektar, die einmal Grünland werden sollen. Dass es dort einmal wachsen kann, dafür wurde Mutterboden aufgetragen und die erste Saat ausgebracht. Der Auenboden wurde bei der Umverlegung des Schöps gewonnen. Vorstand Erwin Hackel und seine Mannen freuen sich auf diese Flächen. Nicht nur, dass der Landwirtschaftsbetrieb durch den Tagebau und seine Folgen rund 350 Hektar Fläche eingebüßt hat, bewirtschaftet er nun in der Folge vor allem sehr kleine Flächen und magere Böden. Deshalb freuen sich die Viereichener auf das neue und zusammenhängende Stück Land, was in der Bergbaufolgelandschaft derzeit entsteht. Dass diese Entscheidung zugunsten der Landwirtschaft mit Oberbergamt und Bergbaubetreiber getroffen wurde, sei wichtig für die Zukunft des landwirtschaftlichen Betriebes. Ein Zeichen, dass beides geht: Landwirtschaft und Bergbau. Das soll auch am Samstag demonstriert werden.

Erntedank wird traditionell in diesen Tagen gefeiert. Vor zwei Jahren erlebte das Erntedankfest der Bergbau-Bauern bei der Agrargenossenschaft in Heinersbrück seine Premiere. "Wir wollen an diesen Erfolg anknüpfen", so Hackel. Unabhängig vom Fest habe die Zusammenarbeit schon etwas gebracht. So klappe es gut mit dem Erfahrungsaustausch über die Bewirtschaftung der Bergbaufolgeflächen.

Die Mitarbeiter in der Landwirtschaft bewirtschaften 750 Hektar Fläche, davon 510 Hektar Grünland. Eine moderne Stallanlage ging vor drei Jahren in Betrieb. "Klein, aber fein" lautet hier das Motto. Dort steht Mastvieh. Platz ist für 270 Mast- und Jungrinder. Sie werden in der gleich daneben liegenden Schlachterei zu Rouladen und Salami verarbeitet. Wie die Produkte schmecken, können die Gäste beim Fest natürlich auch ausprobieren.

Zum Thema:
Festbereich Erlichthof Rietschen: Samstag ab 9.30 Uhr ökumenische Andacht, 10 Uhr offizielle Eröffnung mit Schirmherr und Umweltminister Thomas Schmidt, 11 Uhr Schlesische Schwälbchen, 13 bis 15.30 Uhr Orchester Lausitzer Braunkohle, 16 Uhr Kinderprogramm mit der Kita Rietschen, 16.30 Uhr Line Dance mit den Wild Bisons, 17 Uhr Die Erlichthofgaukler, ab 18 Uhr Diskothek mit DJ Erik und der Fishermans Band bis 1 Uhr.11 bis 17 Uhr Bogenschießen kann ausprobiert werden. 10 bis 18 Uhr Handwerker- und Bauernmarkt mit regionalen Produkten zum Kosten und zum Kaufen, Angebote des Erlichthofes, Kutschfahrten. 10 bis 18 Uhr Infos über zum Thema Rekultivierung in der Theaterscheune. 10 bis 18 Uhr Ausstellung von Landmaschinen und historischer Landtechnik.Von 11 bis 16 Uhr fährt im 30-Minuten-Takt ab Erlichthof ein Shuttle zum Festgelände Viereichener Rindfleisch e. G.Sonntag 10 bis 14 Uhr Frühschoppen mit der Feldkirchner Blaskapelle.Festgelände in Neuliebel: Samstag 11 bis 16 Uhr Schlachtefest, Besichtigung des Betriebs mit Führungen und gute Unterhaltung mit DJ Erik und tierisches Kinderschminken.Vom Festgelände der Viereichener Rindfleisch e. G. gibt es von 11.30 bis 16 Uhr (letzte Fahrt ab 15.30 Uhr) Exkursionen unter dem Motto "Blick am Tagebaurand und in die Rekultivierungslandschaft".