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| 14:23 Uhr

Klitten
Viele Schaulustige, Sorgen und ein Riese

Was für ein prächtiger Bursche! Ein Riesen-Wels von 1,84 Meter Länge ist die Attraktion des ersten Fischzuges am Maximilian-Teich am Sonnabend in Klitten.
Was für ein prächtiger Bursche! Ein Riesen-Wels von 1,84 Meter Länge ist die Attraktion des ersten Fischzuges am Maximilian-Teich am Sonnabend in Klitten. FOTO: Ingolf Tschätsch
Klitten. Am Samstag ist Fischerfest in Klitten gewesen. Die lang anhaltende Trockenheit bereitet Fischer Dietmar Bergmann große Probleme: „An eine solche Situation wie dieses Jahr kann ich mich nicht erinnern.“

Zwei Worte sind es, die am Sonnabend das Geschehen in Klitten nicht treffender beschreiben könnten – Fische und Menschenmassen. Das 27. Fischerfest der Teichwirtschaft von Dietmar Bergmann lockt die Schaulustigen in Scharen herbei. Höhepunkt dabei ist das Abfischen des Maximilian-Angelteiches.

Noch bevor das Spektakel um 10 Uhr beginnt, drängen sich die Schaulustigen bereits an der Stelle des Ufers, wo die mit dem Zugnetz gefangenen Flossentiere mittels Technik auf den Sortiertisch gelangen. Jeder möchte den besten Blick erhaschen. Die Spannung der Wartenden steigt. Der gefräßige Kormoran – schon seit Jahren eine echte Plage für die Binnenfischer – wittert seine Chance und dreht bereits seine Kreise in Erwartung reicher Beute über dem gerademal zwei Hektar großen Gewässer.

 Dann ist es endlich soweit. Unter dem Hallali der Reichwalder Blasmusikanten zieht der Tross der rund 20 Akteure zum Eröffnungs-Fischzug auf das Gelände. Inhaber Dietmar Bergmann begrüßt die zahlreichen Besucher. Ohne Umschweife macht er auf die großen Sorgen seiner Berufszunft in diesem Jahr aufmerksam –  die Folgen der lang anhaltenden Trockenheit. „Ich bin seit 1975 Fischer. Aber an eine solche Situation wie jetzt kann ich mich beim besten Willen nicht erinnern“, erklärt er später im Gespräch mit der RUNDSCHAU. Der Wasserspiegel seiner 27 Teiche mit 272 Hektar Gesamtfläche  –  der größte ist 90 Hektar – sei dramatisch gesunken, der im Maximilian etwa um die Hälfte. Weil natürliche Zuflüsse fehlen, gebe es Probleme mit dem Wasser für die Hälterung. Die Fische seien kleiner, etwa 1,5 Kilogramm, und der Ertrag wesentlich geringer. „Mindestens ein Viertel Verlust werden wir verkraften müssen“, so der erfahrene Fischmeister, der seinen Betrieb seit 1992 eigenständig führt.

Von alledem merken die Schaulustigen am Teich nichts. Die Sonne scheint wie an einem Sommertag, die Stimmung ist bestens und auf dem Sortiertisch der Fischer zappeln prächtige Burschen. „Sieh mal, dort, der Hecht? Oder da, was für ein Karpfen!“, begleiten begeisternde Rufe das Spektakel des Abfischens. Als dann ein Monster-Wels heranschwebt – „der hat ja kaum Platz im Kescher“, wie einer der Umstehenden bemerkt –,  ist die Menge regelrecht aus dem Häuschen. „1,84 Meter!“, kommt prompt die Information der Männer in den Wathosen  an die Leute draußen. Welse bis zu zwei Meter Länge waren ja angekündigt worden. Dino Hoffmann, selbst Angler, ist mit Kind und Kegel zum Abfischen gekommen. Er zeigt sich von diesem Exemplar des größten Süßwasserfisches Europas ebenfalls beeindruckt. „Das Wetter ist schön und da wollten wir uns das hier mal ansehen“, sagt der Gablenzer.

Auf dem Fischerhof, auf dem gesamten Gelände der Teichwirtschaft, ist mittlerweile die Hölle los – Menschen über Menschen. Das Fest mit seinem umfangreichen Rahmenprogramm hat richtig Fahrt aufgenommen. Die Kinder können sich selbst beim Fischen versuchen, mit der Holzeisenbahn fahren oder sich auf der Hüpfburg austoben. Christian und Simone Siegert von der Greifvogelwarte Oberlausitz präsentieren eine einmalige Schau. Dazu gibt es unzählige Stände von Händlern und Gewerbetreibenden mit ihren regionalen Produkten bis hin zu Pferdewurst und Eselsalami. Auch Kunstgewerbe und Heimatliteratur dürfen nicht fehlen. Und natürlich – wie könnte es anders sein – auch hier wieder Fisch en gros – frisch, geräuchert oder gebraten. Die langen Käuferschlangen sprechen für sich.

Für eine Schau ganz anderer Art sorgen Christian und Simone Siegert von der Greifvogelwarte Oberlausitz in Lawalde.
Für eine Schau ganz anderer Art sorgen Christian und Simone Siegert von der Greifvogelwarte Oberlausitz in Lawalde. FOTO: Ingolf Tschätsch
Die Jüngsten können sich beim Kinderfischen mal selbst versuchen. Ob hier schon der künftige Berufsnachwuchs probt?
Die Jüngsten können sich beim Kinderfischen mal selbst versuchen. Ob hier schon der künftige Berufsnachwuchs probt? FOTO: Ingolf Tschätsch