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| 17:54 Uhr

Arbeitsvermittlung
Viele freie Stellen suchen Bewerber

Die zweite Arbeitgeberkonferenz in Weißwasser war ein voller Erfolg. Das schätzen Felix Breitenstein, Leiter des Regiebetriebes Jobcenter Landkreis Görlitz, und Ilona Winge-Paul, Geschäftsführerin operativ der Agentur für Arbeit Bautzen, ein.
Die zweite Arbeitgeberkonferenz in Weißwasser war ein voller Erfolg. Das schätzen Felix Breitenstein, Leiter des Regiebetriebes Jobcenter Landkreis Görlitz, und Ilona Winge-Paul, Geschäftsführerin operativ der Agentur für Arbeit Bautzen, ein. FOTO: Gabi Nitsche
Weißwasser. Jobcenter und Agentur für Arbeit werten die Arbeitgeberkonferenz in Weißwasser als Erfolg. Von Gabi Nitsche

„Es funktioniert nicht mehr, dass Arbeitgeber beim Jobcenter klingeln und sagen, ich brauche Leute.“ Das betont Felix Breitenstein, Leiter des Regiebetriebes Jobcenter im Landkreis Görlitz. Bei den Unternehmern sei ein Umdenken notwendig. Denn für die Qualifizierung geeigneter Menschen braucht es eben auch seine Zeit. Sowohl in den Mitarbeitern des Jobcenters als auch denen der Agentur für Arbeit Bautzen finden Arbeitgeber die Ansprechpartner, das hinzubekommen, sagte Ilona Winge-Paul, Geschäftsführerin operativ der Agentur. „Und in der Summe sind wir schon sehr gut unterwegs.“

Ein Format dafür sei die Arbeitgeberkonferenz. Zum zweiten Mal fand diese am gestrigen Mittwoch in Weißwasser statt. 19 Unternehmen waren im SKZ Telux dabei, nutzten die fünf angebotenen Workshops, tauschten sich mit Kollegen aus und sammelten Erfahrungen.

Carola Forgo, Pflegedienstleiterin im ambulanten Pflegedienst in Weißwasser der Diakonie Martinshof Rothenburg, ist des Lobes voll über die Veranstaltung. Der Workshop Gesundheitsmanagement habe ihr viel gegeben. Auch die Erkenntnis, dass ihr Arbeitgeber schon viel macht für seine Mitarbeiter.

Der direkte Kontakt zu den Arbeitgebern helfe immens, so Felix Breitenstein, deren Bedürfnisse zu erfahren, aber ebenso, wie Jobcenter und Agentur eingreifen können in Sachen Fachkräftegewinnung und Mitarbeiterbindung. Aber nicht nur, es gehe genauso um Menschen, die längere Zeit ohne Job waren. „Wir brauchen hier das Entgegenkommen der Arbeitgeber“, macht Felix Breitenstein klar. Nur dann können Vermittlungshemmnisse überwunden werden. Jobcenter und Agentur stehen bereit, bieten flankierende Maßnahmen an. „Wir haben viele freie Stellen im Bestand, aber nicht die Bewerber, die sofort vermittelbar sind. Deswegen ist Qualifizierung so wichtig.“ Ilona Winge-Paul betont: „Jeder Mensch, der arbeitslos ist, ist einer zu viel. Ob jung oder älter, ob mit viel oder weniger Lebenserfahrung. Es gibt viele Möglichkeiten. Wir als Dienstleister beraten die Arbeitgeber gern und suchen gemeinsam nach Lösungen.“

Gegenwärtig sei man da auf einem guten Weg. Das belegen Zahlen, mit denen der Jobcenter-Chef aufwartetet. Die Arbeitslosenzahlen und die der Alg-II-Empfänger seien sehr erfreulich. Sie konnten im Vergleich zum Vorjahr um etwa zehn Prozent verringert werden. Breitenstein spricht von Integrationserfolgen. 3844 Langzeitleistungsbezieher konnten 2017 vermittelt werden, und von Januar bis April 2018 weitere rund 1000. „Nüchtern konstatiert muss man sagen: Der Saugeffekt vom Arbeitsmarkt ist hoch. Es werden Leute gebraucht.“ Vielfach gehe es auch um Helfertätigkeiten. Das habe eine Umfrage des Jobcenters unter Unternehmen ergeben. „Arbeit 4.0 ja, aber es braucht auch andere. Nicht alle Tätigkeiten lassen sich automatisieren“, so Felix Breitenstein. Aus seiner Sicht wird der Bedarf in den nächsten zehn Jahren im Landkreis Görlitz nicht abflachen. Groß sei der Bedarf in den Bereichen Bau, Gastronomie, Pflege und Handwerk. Wobei es im Handwerk vordringlich um Fachkräfte gehe.