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Viele Fische, viele Pilze, viele Menschen beim Volksfest an der Schwarzen Lache

Die tüchtigen Fischer und ihre Helfer holten am Sonnabend mehr als zehn Tonnen Fisch aus der Schwarzen Lache.
Die tüchtigen Fischer und ihre Helfer holten am Sonnabend mehr als zehn Tonnen Fisch aus der Schwarzen Lache. FOTO: amz1
Kreba-Neudorf. Einmal im Jahr verwandelt sich das Lache-Ufer in ein riesiges Volksfestgelände. So auch am Sonnabend. amz1

Tausende Gäste wollten beim Abfischen des Teiches dabei sein. Und sie bereuten ihr Kommen nicht. Schon ein Blick über die Lache, eines der größten Gewässer der Teichlausitz überhaupt, sorgt bisweilen für Gänsehautgefühle. Denn hunderte Wildgänse sowie Kraniche überfliegen die Wasserfläche. "Die Gänse kommen aus Nordeuropa. Sie befinden sich jetzt auf ihrem Zug in die Überwinterungsquartiere", erklärt Sebastian Förster vom Biosphärenreservat Oberlausitzer Heide- und Teichlandschaft, neben der Kreba Fisch GmbH einer der Veranstalter beim Lache-Fischen.

Auch Kiemenatmer gibt es reichlich. Bereits am frühen Nachmittag haben die tüchtigen Fischer und ihre Helfer rund acht Tonnen aus dem Wasser geholt. Mit zehn bis elf Tonnen insgesamt rechnet indes Arnulf Rolly, der Moderator des Volksfestes. Rolly weiß, wovon er spricht. Schließlich ist der 69-Jährige in Kreba aufgewachsen, kennt die Schwarze Lache wie seine Westentasche. Und er ist begeisterter Fischfreund. "Als Kinder haben wir immer nachgefischt und so den Fischmeister geärgert. Später habe ich für ihn gearbeitet und durfte das eine oder andere Tier offiziell mit nach Hause nehmen."

Um Räucheraal gewürfelt

Rolly weiß auch noch, wie das Volksfest an der Lache seinen Anfang genommen hatte. "Mitte der 1950er-Jahre hatten sich die Fischer nach dem Abfischen mit Bier und Schnaps den Feierabend eingegossen. Ab den 1960er-Jahren wurde dann Frischfisch vor Ort verkauft. Da gab es Fischsuppe aus der Gulaschkanone." Und der heute in Weißwasser lebende Naturfreund erinnert sich an ein Kuriosum zu DDR-Zeiten. "Räucheraal war damals sehr begehrt und sehr knapp. Deshalb wurde er ausgewürfelt. Für drei Vieren gab es einen kleinen Fisch, für drei Fünften einen mittelgroßen und für drei Sechsen einen richtig großen. Einmal würfeln kostete eine Mark." Die Leute sollen jedenfalls immer begeistert gewesen sein.

Räucherfisch gibt es auch im Jahr 2016 an der Lache, allerdings keine Würfel mehr. Begehrt ist dieser Fisch noch immer, auch wenn er jetzt mit harten Euros bezahlt werden muss.

Die Krebaer Fischer haben indes nach einjähriger Pause in diesem Jahr die Schwarze Lache wieder mit Wasser bespannt. Vor zwölf Monaten wurde das Gewässer saniert. Anlass bildete ein Virus, das den heimischen Spiegelkarpfen stark zugesetzt hatte. So wurde der Schlamm entfernt und anderswo wieder eingebaut. Und statt Spiegelkarpfen setzen die Fischer dieses Jahr auf Graskarpfen und Schleie. "Diese Arten sind gegen das Virus immun", erklärt Arnulf Rolly.

Zum Volksfest an der Lache präsentiert sich auch das Biosphärenreservat. Schließlich wollen die Naturschützer mit den Unternehmern vor Ort die naturnahen Verhältnisse der Teichlausitz auf Dauer erhalten. "Daher sind wir froh, dass wir so viele Partner haben", sagt Sebastian Förster. Speziell an den Teichen gehe es beispielsweise um den Schutz der dort brütenden Vogelarten. So werde das Röhricht nur zu bestimmten Zeiten gemäht. Es einfach wachsen zu lassen, funktioniere allerdings nicht, da dann die Teiche verlanden würden. Schließlich sind die Gewässer bereits vor Hunderten von Jahren angelegt worden.

Pilzberater gibt Hinweise

Neben Fischen gibt es derzeit auch reichlich Pilze, wie Naturschützer Herbert Schnabel vom Reservat beweist. An seinem Stand direkt neben der Schwarzen Lache können die Besucher sage und schreibe 146 Arten bewundern, darunter solche, die selbst Schnabel noch nie in der Region gesehen hat, beispielsweise den Rötenden Saftwirrling. Darüber hinaus gibt es riesige Riesenschirmpilze. Diese seien, so Schnabel, allerdings nichts Besonderes, habe er doch in diesem Jahr auf einer Wiese bei Zimpel um die 100Exemplare gefunden.

Auf jeden Fall lohne sich jetzt eine Pilzwanderung. Die Sporengewächse schießen regelrecht aus den nun gut durchfeuchteten Böden. Und zwar fast in der gesamten Oberlausitz.