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| 22:40 Uhr

Heidefest in Nochten
Viel mehr als nur „ein bisschen Spaß“ beim Heidefest der Stars

Eine Legende des deutschen Schlagers - Roberto Blanco. Eine Superstimmung begleitete seinen Auftritt.
Eine Legende des deutschen Schlagers - Roberto Blanco. Eine Superstimmung begleitete seinen Auftritt. FOTO: Ingolf Tschätsch
Nochten. Menschenmassen bevölkerten am Sonntag den Findlingspark Nochten. Sie waren wegen des 5. Heidefestes der Stars gekommen. Schlagerpromis wie Roberto Blanco, Andreas Holm und Thomas Lück lockten genauso wie die blühende Heide und ein buntes Markttreiben. Von Ingolf Tschätsch

„Ein bisschen Spaß muss sein“, singt Roberto Blanco gerade. Da platzt das Festzelt im Findlingspark Nochten schon längst aus allen Nähten, denn das fünfte Heidefest der Stars ist an diesem Sonntagnachmittag bereits in vollem Gange. Und mehr als nur ein bisschen Spaß - auch im übertragenen Sinne - haben die vielen Besucher allemal. Eine wahre Völkerwanderung hat eingesetzt. Klar, die Massen wollen die Schlagerstars sehen - Andreas Holm, Thomas Lück, Roberto Blanco, Angelika Martin sind angekündigt – aber auch durch den Park bummeln und sich an der blühenden Heide erfreuen, wenn sie auch durch die Dürre teilweise Schaden genommen hat.

Beim bunten Markttreiben präsentieren sich Anbieter regionaler Produkte. Ankommende Gäste werden nach sorbischem Brauch mit Brot und Salz begrüßt. Marietta Mattitza und Tini Domel von der Ortsgruppe Nochten der Domowina haben soeben beides einem älteren Ehepaar gereicht. Eine schöne Geste.

Landrat Bernd Lange (CDU) eröffnet die Veranstaltung. Das zeigt die hohe Wertschätzung, die dem Findlingspark Nochten und seinen Akteuren in der Öffentlichkeit entgegengebracht wird.

Die Jagdhornbläsergruppe „Am Hornower Wald“ entlockt ihren Instrumenten wohlklingende Töne. Mit der Musik im Ohr beginnt der Rundgang entlang der Stände. Gleich vorn unübersehbar „Garten Eden“ aus Halbendorf. Logisch, Blumen, diverse Pflanzen und Sträucher, dürfen einfach bei solch einem Markt nicht fehlen. Die Kräuterfee aus Döbern hat eine Unmenge von Heilpflanzen mitgebracht.

„Platzis Bienenschwarm“ ist ebenfalls mit von der Partie. Das ist Jürgen Platz, der bis aus Burkau nach Nochten gekommen ist. In seinem Ort betreibt er eine Imkerei mit Museum und Lehrbienenstand. Heute ist er zum ersten Mal hier, wie er der RUNDSCHAU erzählt. Und, wie steht`s dieses Jahr um Bienen und Honig? Platz schaut nicht gerade optimistisch drein, als er erzählt: „Wir werden wegen der Weterkapriolen wohl mit einem Drittel Verlust rechnen, Heidehonig kann man ganz vergessen.“

Um ganz andere Tierchen geht es ein Stück weiter - Alpakas. Wie im Streichelzoo präsentiert der Hofladen Königsbrück zwei dieser niedlichen Kerlchen.

Nach soviel Schauen und gelegentlich auch Kaufen soll das landschaftliche Kleinod erkundet werden. Allein rund 130 Sorten Sommerheide und 30 Sorten Winterheide wollen bestaunt werden. Die Trockenheit hat auch hier ihre Spuren hinterlassen. Inge und Gerhard Blum kreuzen den Weg des Autors. „Wir sind aus Lauchhammer und zum dritten Mal im Findlingspark. Hauptsächlich wegen der Heide sind wir hergekommen. Uns gefällt es sehr gut. Wir wollen auch noch im Festzelt vorbeischauen“, meint die Frau aus dem Brandenburgischen.

Klar doch, Festzelt und die Schlagerstars! „Ich komm zurück nach Amarillo“, schallt es dort von Roberto Blanco aus den Lautsprechern. Die Legende, wie er angekündigt wird, hat natürlich sofort die Fans auf seiner Seite. Eigentlich sollte für ihn Tony Marshall auftreten. Weil jener jedoch plötzlich erkrankte, sprang Blanco für ihn ein.

Das Zelt so richtig zum Beben bringen auch Andreas Holm und Thomas Lück. Mit ihrem neuen Song „Was wollen wir in Hollywood?“ geben die beiden gleich die Richtung vor. Sie wollen lieber hier bei ihrem treuen Publikum bleiben, das sie noch aus DDR-Zeiten verehrt. Auch in Nochten. Die beiden albern rum, reißen Witze, nehmen sich gegenseitig auf die Schippe, tauchen auch mal im Publikum auf. Zwei Sänger - besser Entertainer - zum Anfassen, sympathisch, ohne Starallüren. Ohne Holm und Lück hätte diesem Heidefest vielleicht was gefehlt, zumindest in Sachen Unterhaltung.

Zum Heidefest im Findlingspark Nochten bot der Park trotz der Menschenmassen genügend Raum, um sich in Ruhe alles anzuschauen.
Zum Heidefest im Findlingspark Nochten bot der Park trotz der Menschenmassen genügend Raum, um sich in Ruhe alles anzuschauen. FOTO: LR / Ingolf Tschätsch