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| 01:38 Uhr

,,Via Regia'' als Bürgerbewegung

Görlitz. Die Vorbereitung der Sächsischen Landesausstellung „Via Regia“, die 2011 in Görlitz stattfindet, scheint sich langsam doch zu einer Bürgerbewegung auszuweiten. Darauf lässt zumindest das rege Interesse an der vom CDU-Bundestagsabgeordneten Michael Kretschmer initiierten Informationsveranstaltung schließen, die am Donnerstagabend im Schlesischen Museum stattfand. Von Uwe Menschner

“Die von den Sächsischen Kunstsammlungen Dresden gestaltete Ausstellung ist natürlich das Herzstück; allerdings bedarf es auch zahlreicher Aktivitäten der Stadt Görlitz und ihrer Bürger, um sie zu einem Erfolg werden zu lassen„, so Kretschmer. Deshalb sieht es der für Kultur zuständige Görlitzer Bürgermeister Dr. Michael Wieler (parteilos) auch als eine Hauptaufgabe der Stadtverwaltung an, das bürgerschaftliche Engagement zu wecken. “Wir wollen auf die Straße gehen und mit den Menschen reden„, kündigt er an. Immerhin habe ein vom Förderverein Kulturstadt Görlitz e.V. durchgeführter Ideenwettbewerb 66 Ergebnisse erbracht, die im August präsentiert werden sollen. “Wir wollen nicht, dass die Gäste Görlitz nach dem Besuch der Landesausstellung gleich wieder den Rücken kehren„, so Wieler. Vielmehr sollen sie durch vielfältige Angebote zum Bleiben, wenn möglich über mehrere Tage, und auch zum Besuch der umliegenden Region animiert werden.

Ihren Beitrag zum Gelingen wollen auch die Görlitzer Museen leisten. So bereitet das Schlesische Museum eine Ausstellung unter dem Motto “Lebenswege ins Ungewisse„ vor. “Sie beschäftigt sich mit den vielfältigen Migrationsbewegungen, die Görlitz seit 1933 geprägt haben„, erklärt der stellvertretende Direktor Dr. Martin Kügler. Anhand von Biographien Görlitzer und Zgorzelecer Bürger sollen unter anderem die Deportation der jüdischen Bevölkerung, der Zustrom von Kriegsgefangenen und die Vertreibung der Schlesier, aber auch die Aufnahme griechischer Bürgerkriegsflüchtlinge sowie der Zuzug von Bergleuten dargestellt werden. Das Kulturhistorische Museum, das durch die Sanierung von Kaisertrutz und Barockhaus Neißstraße in besonderer Weise von der Landesausstellung profitiert, beschäftigt sich in letzterem mit dem Leben der Kaufmannsfamilie Ameiß sowie mit der Oberlausitzischen Gesellschaft der Wissenschaften.

Museumsdirektor Jasper von Richtofen hat auch schon genaue Vorstellungen von der Nutzung des Kaisertrutz, wenn die Landesausstellung wieder ausgezogen ist. “Erstmals in seiner Geschichte kann der Trutz dann ganzjährig betrieben werden„, freut er sich. Die künftige Dauerausstellung soll die Stadtgeschichte bis zur politischen Wende 1989/90 zeigen. Mit dem 2. Obergeschoss steht ein ganzes Stockwerk für Sonderausstellungen zur Verfügung - “eine gute Gelegenheit, die Görlitzer immer wieder ins Museum zu locken.„ Im obersten 3. Obergeschoss soll die “Galerie der Moderne„ ihren Platz finden.

Die Landesausstellung selbst, die sich in die Themenbereiche “Aufbruch„, “Fundament„, “Markt„, “Mensch„ und “Aufbruch„ unterteilt (die RUNDSCHAU berichtete), soll pünktlich am 21. Mai 2011 eröffnet werden. “Das stellt vom baulichen Ablauf her nach wie vor ein sportliches Ziel dar, das wir aber erreichen werden„, versichert Dr. Michael Wieler.