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Verwirrung um Kabelnetzanschluss

Görlitz. Die Deutsche Telekom betreibt seit 1994 das sogenannte Opalnetz, ein Glasfasernetz, das nicht mehr den aktuellen Erfordernissen entspricht und daher zum Jahresende abgeschaltet werden soll. Für manche Nutzer, so auch in Görlitz, ergeben sich daraus drängende Fragen. Uwe Menschner / ume1

Jahn-Peter Gnass kann aufatmen. Lange Zeit wusste er nicht, wie er den Mietern seines Hauses an der Dresdener Straße in Görlitz ab dem 1. Januar den Fernsehempfang ermöglichen soll. Mittlerweile jedoch sieht es ganz nach einem "Happyend" aus.

Doch der Reihe nach. Ende September erhielt der Hamburger und Hauseigentümer in Görlitz ein Schreiben von Vodafone Kabel Deutschland, das ihn aus allen Wolken fallen ließ. Darin teilte man ihm mit, dass "die TV- und Rundfunkversorgung am 31. Dezember 2016 für dieses Objekt eingestellt" werde. Kein Signal, kein Fernsehen, kein Radio. Nix mehr.

Als erfahrener Geschäftsmann weiß Jahn-Peter Gnass natürlich, dass man geltende Verträge nicht einfach so beenden kann. Genau dies aber war hier - aus seiner Sicht - durch Vodafone Kabel Deutschland geschehen: "Schließlich habe ich einen gültigen und bis zum Juli 2018 laufenden Vertrag."

Also schickte er ein gepfeffertes Schreiben an die Firmenzentrale nach Hannover, in dem er Vodafone Kabel Deutschland auf die Laufzeit des Vertrages aufmerksam machte und das Unternehmen auf seine Schadenersatzpflicht hinwies.

Doch auch das Antwortschreiben brachte keine neuen Erkenntnisse. Immerhin enthielt es die verständnisvolle Formulierung: "Uns ist bewusst, dass dies sehr ärgerlich für Sie ist." Und als ärgerlich stellte sich die Situation für Jahn-Peter Gnass in der Tat dar. "Ohne Fernseh- und Radioempfang sind die Wohnungen nahezu unvermietbar", weiß er.

In dieser Situation wandte er sich an die regionalen Medien. Ein Anruf in der Firmenzentrale von Vodafone Kabel Deutschland scheint nun immerhin einiges in Gang gesetzt zu haben. So wurde die Beendigung der Kabelversorgung für Jahn-Peter Gnass in Beantwortung der Anfrage nun damit begründet, dass von ihm "keine Eigentümererlaubnis für den Umbau des Kabelanschlusses durch Vodafone" vorliege.

Im Beendigungsschreiben für den Vertrag - von einer Kündigung kann ja eigentlich keine Rede sein - klang dies noch ganz anders. Dort lautet die Begründung wie folgt: "Ein Netzneubau in diesem Gebiet ist wirtschaftlich leider nicht darstellbar." Zwischenzeitlich hat auch Jahn-Peter Gnass ein weiteres Schreiben von Vodafone Kabel Deutschland erhalten. Und darin heißt es nun plötzlich: "Über unseren Vertrieb wurde mehrmals versucht, die Gestattung zum Bau des erforderlichen Übergabepunktes einzuholen. Da wir von Ihnen diese Genehmigung nicht erhalten haben, mussten wir den Vertrag kündigen." Sobald die Einwilligung vorliege, könne gebaut werden. In Görlitz seien insgesamt 400 Objekte davon betroffen. Nun, von diesen Bemühungen hat Jahn-Peter Gnass nichts mitbekommen.

Allerdings ist dies jetzt auch schon wieder egal. Die Hauptsache: Der Anschluss bleibt erhalten. Die dafür benötigte Genehmigung erteilt er gern. Und dafür hat es sich gelohnt, zu kämpfen - auch unter Einbeziehung der heutzutage so oft gescholtenen Medien.