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Vertriebenenverband nutzt Seebrise für pädagogische Geschichtstouren

Im Winterquartier im Industriegelände kümmern sich Tischler Thomas Felchner (vorn) und Schlossermeister Lothar Lienack um den jährlich notwendigen Schutz-Anstrich, Lackier- und Ölungsarbeiten sowie die Reaktivierung der Technik der "Sea Breeze".
Im Winterquartier im Industriegelände kümmern sich Tischler Thomas Felchner (vorn) und Schlossermeister Lothar Lienack um den jährlich notwendigen Schutz-Anstrich, Lackier- und Ölungsarbeiten sowie die Reaktivierung der Technik der "Sea Breeze". FOTO: Mandy Decker
Hoyerswerda. Das Segelschulschiff "Sea Breeze" geht mit frischem Steg und neuen Konzepten in den Sommer 2015. Der Mannschaft fehlen nur noch langfristig gesicherte Liegebedingungen. mdr

An gewohnter Stelle werden Besucher des Geierswalder Sees künftig das Segelschul- und Eventschiff "Sea Breeze" vorfinden. Zwar musste der 1. Wassersportverein Lausitzer Seenland (WSVLS) dem Förderverein die Nutzung des bisher in gegenseitigem Einvernehmen zur Verfügung gestellten Steges für die kommende Saison wegen Eigenbedarf für seine Kinder- und Jugendarbeit entsagen. Doch konnte der Förderverein einen gebrauchten Steg erwerben. Dieser wird, wie die "Sea Breeze" selbst, zurzeit im Winterquartier aufgearbeitet.

Das zweimastige Segelschiff wird als vermeintlich letztes erhaltenes Beiboot des 1945 mit vermutlich mehr als 9000 Menschen in der Ostsee gesunkenen Kreuzfahrt- und Kriegsschiff "Wilhelm Gustloff" gehandelt. Es war im letzten Sommer auf dem Areal des 1. Wassersportverein Lausitzer Seenland (WSVLS) in Sichtweite des Geierswalder Leuchtturms zu Wasser gelassen und als Segelschul- sowie Eventschiff im Lausitzer Seenland touristisch verankert worden. Im Mai dieses Jahres gehen die "Sea Breeze" und ihre Mannschaft mit weiter entwickelten Konzepten in die Saison.

Zu den Unterstützern dieser Konzepte zählen auch der Sächsische Landesverband für Vertriebene und Spätaussiedler und sein Vorsitzender Frank Hirche (CDU). Gemeinsam mit dem Förderverein entwickelte der Verband pädagogische Geschichtstouren, welche die Historie des Schulschiffes mit einem Besuch des Kriegsgefangenen- und Umsiedlerlagers Elsterhorst verbindet.

Im Juni werden sich erstmalig zwei Schulklassen eines hiesigen und eines auswärtigen Gymnasiums auf die Tour begeben. Auch die diesjährige Gedenkveranstaltung zum Tag der Heimat am 19. September werden der Verband und der Förderverein in einer Freiluftzeremonie am Geierswalder See begehen. "Wir möchten durch die Vermittlung der Geschichte des Bootes ein Zeichen setzen, welch unvorstellbares Leid früher und auch heute noch mit Flucht und Vertreibung verbunden ist", sagt Frank Hirche. Der Verband werde die Projekte inhaltlich und finanziell unterstützen.

"Es wird das erste Jahr, in dem wir zurückgeben können, was unsere Sponsoren, Förderer und Freunde in unseren Traum investiert haben", freut sich der ehrenamtliche Kapitän der "Sea Breeze", Dirk Rolka. Wünschen würde er sich nur noch einen festen und dauerhaften Liegeplatz und gesicherte Wasserrechte. Beides sei wichtig für eine nachhaltige Öffentlichkeitsarbeit. Rolka und seine Mitstreiter hoffen diesbezüglich weiterhin auf die bisher unkomplizierte und unterstützende Zusammenarbeit mit dem Landratsamt in Bautzen. Insgesamt 15 feste Termine weist der Veranstaltungskalender des Schiffes für die kommenden Monate schon aus.