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Verschwundene-Dörfer-Tour entsteht bei Spremberg

Spremberg. In der weitläufigen Bergbaufolgelandschaft westlich von Spremberg entstehen zwei neue Wanderwege:. Zum einen ist laut Rathaus eine Tour geplant, die fast alle Erinnerungsstätten der verschwundenen Dörfer miteinander verbindet. Zum anderen befindet sich ein Wanderweg für Vogelliebhaber im Aufbau. Torsten Richter /

Ideengeber für die Ornithologie-Tour ist Sprembergs Ex-Bürgermeister und jetzige CDU-Bundestagsabgeordnete Klaus-Peter Schulze. Dank der Unterstützung des Bergbauunternehmens Vattenfall Europe sollen in diesem Frühjahr acht Infotafeln mit zahlreichen Fotos, insbesondere des Spremberger Naturfotografen Andreas Neuthe, aufgestellt werden. Das kündigt Henrik Ansorge, Referent für den Tagebau Welzow-Süd, an.

Der 17 Kilometer lange Rundwanderweg beginnt am Parkplatz am Reiterhof Wuttke in Pulsberg. Er erstrecke sich bis zum künstlich aufgeschütteten Wolkenberg und ins Quellgebiet des renaturierten Hühnerwassers. Ein Beobachtungspunkt wird eingerichtet.

Die Bergbaufolgelanschaft ist außerordentlich artenreich, schwärmt der Spremberger Ornithologe Ronald Beschow. Durch die vielen verschiedenen Strukturen auf engem Raum sei das Gebiet für anderswo längst verschwundene Arten prädestiniert. Dazu zählen Wiedehopfe, Steinschmätzer und Brachpieper.

In Obhut der Stadt Spremberg befindet sich der Wanderweg zu den Gedenkstätten der abgebaggerten Dörfer. Die Orte mussten von 1965 bis zur Wende für den fortschreitenden Tagebau Welzow-Süd für immer aufgegeben werden. Die Tour soll nach Angaben von Doritha Drews vom kommunalen Grünflächenamt die Erinnerungsstätten von Gosda, Jessen, Roitz, Stradow, Groß und Klein Buckow sowie Radeweise und Straußdorf tangieren. Der Wolkenberg mit der Gedenkstätte für das gleichnamige Dorf gehört zwar nicht zur Route, könne aber durch einen Abstecher unkompliziert erreicht werden.

Ausgangspunkt des mit acht bis neun Infotafeln bestückten Wanderweges ist der Parkplatz am Reiterhof Wuttke in Pulsberg. Dieser Ort wurde in den 1970er-Jahren zur Hälfte überbaggert. Am Parkplatz wird eine Übersichtstafel angebracht. Die Verschwundene-Dörfer-Tour ist etwa 50 Kilometer lang und bietet sich auch für Radtouristen an.

Die Wege sollen beschildert werden. Dies soll laut Drews durch Findlinge erfolgen, die ein Steinmetz entsprechend gestaltet. Die Ausschreibung läuft. Im späten Frühjahr sollen beide Touren Natur- und Heimatfreunden zur Verfügung stehen.

Im südlichen SPN-Kreis gibt es etwa 130 Kilometer markierte Wanderwege, hinzu kommen Themenwege wie die neue Nabu-Tour über die Hochkippe Trattendorf.