Auf den Weg in die Einrichtung macht sich auch Veronika Manthey aus Weißwasser. Die 65-Jährige gehört schon fast zum Inventar.

"Von vielen Bewohnern lebt oft die Familie am anderen Ende von Deutschland. Zu Weihnachten herzukommen, gelingt nicht jedem. Oftmals ist da die Arbeit oder kleine Kinder", weiß die Weißwasseranerin zu gut. Deshalb kümmert sie sich um einige Senioren etwas intensiver. "Aber das ist doch nichts Besonderes", winkt sie ab, will gar nicht weiter darüber reden. Und ein Foto komme schon gar nicht infrage. Doch Carola Dreihardt, die seit zehn Jahren als Betreuerin im Kursana arbeitet, lässt keine Luft heran. "Sie ist eine ganz Liebe und kommt schon seit ewigen Zeiten als Ehrenamtliche zu uns und das immer mit einem freundlichen Lächeln", unterstreicht sie. "Seit dem Jahr 2000 gehe ich hier ein und aus", rückt nun Veronika Manthey doch mit der Sprache heraus. Über das Tauris-Projekt entstand der erste Kontakt, dann folgte ein Ein-Euro-Job. Als das vorbei war, kam sie dennoch weiter ins Kursana. Sie geht mit einigen, die ihr besonders ans Herz gewachsen sind, spazieren, liest ihnen vor und bastelt mit ihnen. Heute brachte sie selbst gebackene Plätzchen.

Anfangs sei ihr Mann davon gar nicht so begeistert gewesen, meint die Weißwasseranerin, die früher in der Kita Glückauf und im Hortbereich als Erziehungshelferin arbeitete. "Heute kommt er oft mit, hilft mir zum Beispiel Wasserflaschen tragen, die ich Bewohnern ohne Familie mitnehme", berichtet sie lächelnd. Werner Genau dankt ihr für diesen Einsatz, der nicht alltäglich sei. Mit Stollen und Kaffee "bewaffnet" weilt er im Auftrag des Landrates im Kursana-Domizil. Er wolle all jenen danken, die an den Feiertagen im Dienst sind. Und so überreicht er auf jeder der drei Stationen an die Schwestern die Aufmerksamkeiten. Azubine Christine Kliemke aus Rohne nimmt es freudig für die Kollegen entgegen. Sie lernt examinierte Altenpflegerin. Mit ihren 50 Jahren sei sie vermutlich die älteste Auszubildene. "Aber mir macht das unheimlich Spaß, und ich wollte das unbedingt", sagt sie, die einmal Glasveredlerin lernte.

Das Kursana hat 80 Plätze, und die sind vergeben, erklärt Carola Dreihardt. Bis auf einen Reserveplatz, der für Notfälle bleiben müsse. "Heute lesen wir den Bewohnern Weihnachtsgeschichten unter dem Tannenbaum vor", berichtet die Betreuerin.

Ob Alltag oder Feiertag - auf den Stationen wird rund um die Uhr gearbeitet, damit die Bewohner nichts vermissen. Auch die Reinigungskräfte sausen Heiligabend noch einmal mit Staubsauger und -tuch durch die Gegend, und in der Wäscherei drehen sich die Maschinen. Am zweiten Feiertag ebenso.