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| 02:47 Uhr

Vermieter investiert 2017 fünf Millionen Euro

Der Block im Prof.-Wagenfeld-Ring Nr. 65 bis 74 in Weißwasser soll in diesem Jahr saniert werden. Dabei soll dieser um zwei Etagen reduziert werden.
Der Block im Prof.-Wagenfeld-Ring Nr. 65 bis 74 in Weißwasser soll in diesem Jahr saniert werden. Dabei soll dieser um zwei Etagen reduziert werden. FOTO: Christian Köhler
Weißwasser. Vor der Wohnungsbaugesellschaft Weißwasser mbH (WBG) liegt eine spannende Zeit, sagt Geschäftsführerin Petra Sczesny. Fast fünf Millionen Euro will das kommunale Unternehmen 2017 investieren. Bis zum Jahr 2022 sollen es 27 Millionen Euro sein. Gabi Nitsche

Petra Sczesny überlegt kurz, sucht für einen Moment nach den passenden Worten und sagt dann: "Ich freue mich auf die nächsten zwölf Monate und die richtig, richtig spannenden Projekte." Sie habe gelernt, auch an große Vorhaben mit Unerschrockenheit heranzugehen. Die Erfahrungen haben gezeigt, dass das notwendig wäre. Stichwort Styropor. "Die Politik bringt uns mit solchen Sachen auf die Palme. Dann muss man dafür kämpfen, dass das gelöst wird." Genauso hat die Weißwasseranerin es gemacht, sich über den Verband sächsischer Wohnungswirtschaft Gehör verschafft. Weil das viele machten, ist das Problem inzwischen vom Tisch. "Die Rahmenbedingungen, die uns manches Mal auferlegt werden … es wird nie langweilig", sagt Petra Sczesny und schmunzelt.

Prinzipiell ist die WBG auf einem guten Weg. "Trotzdem ist der auch steinig und schwer." Das Unternehmen habe eine Strategie. "Aber nicht immer wissen wir, ob unsere Rechnung aufgeht, weil neue Anforderungen der Gesellschafter hinzukommen."

Derzeit stecke die WBG mittendrin in den Vorbereitungen der nächsten Vorhaben. Die Ausschreibungen für die Komplexmaßnahmen stehen an. Mit knapp 1,7 Millionen Euro ist der Prof.-Wagenfeld-Ring 65 bis 74 der dickste Happen. Laut WBG-Chefin wird das Wohnhaus ab April um zwei auf drei Etagen reduziert. Das sind 40 Wohnungen weniger. "Wir müssen der Altersdemografie Rechnung tragen und den Wohnungsbestand anpassen, Quartiere umbauen."

Das Haus erhält ein neues Dach, saniert werden Fassade, Hauseingangsbereiche, teilweise Elektroanschlüsse und so weiter. Neue Fenster und Balkone werden eingebaut. Dass die Treppenhäuser bei der Gelegenheit renoviert werden, sei klar. "Viele Mieter freuen sich, denn sie haben berechtigte Wünsche, was zum Beispiel den barrierefreien Zugang zum Keller angeht. Über neue separate ebenerdige Zugänge wollen wir ihnen das ermöglichen." Petra Sczesny informiert darüber, dass die Mieter am 24. Januar eingeladen sind, wo die WBG ihnen erklärt, was im Detail auf sie zukommt. Von dem Vorhaben an sich wissen diese schon langfristig. Ende November soll alles fix und fertig sein.

Rundum erneuert soll sich 2018 auch der Prof.-Wagenfeld-Ring 30 bis 33 zeigen. Über die Details werde derzeit noch getüftelt. Der Bau soll im Juni starten mit Dach, Fenstern, Balkonen und Fassade. Knapp 800 000 Euro kostet das der WBG. 2018 erhält das Haus Fahrstühle und anderes. "Außerdem wollen wir in diesem Jahr mit der Frischekur für die Fassaden in der Humboldtstraße fortfahren, Balkons anbauen, Hausflure sanieren und Außenanlagen aufhübschen", kündigt Petra Sczesny an.

Die Teichstraße 18 - die WBG erwarb die Immobilie im vergangenen Jahr vom Landkreis Görlitz - soll entkernt werden, um im Jahr darauf mit dem Umbau zu Wohnungen zu beginnen.

Insgesamt investiere die WBG im Jahr 2017 knapp fünf Millionen Euro. Etwa ein Fünftel ist für Instandhaltung eingeplant. Bei einzelnen Gewerken seien die Preise bis zu 15 Prozent gestiegen gegenüber 2016. Ebenfalls eine Million Euro sind reserviert, wenn Wohnungen oder Geschäfte neu vermietet werden sollen. Mit dem steigenden Alter der Mieter ändern sich auch deren Wünsche. Petra Sczesny: "Viele wünschen sich, dass wir unseren Service erweitern und zum Beispiel Hausreinigungen als Dienstleistung anbieten. Wir prüfen das gerade." Die WBG sei sich sicher, günstigere Preise anbieten zu können, als jeder Mieter für sich. Es gehe ja dann um größere Aufträge.

Was das Bahnhofs-Projekt angeht - die WBG gilt als potenzieller Investor für die Sanierung - so stehe man noch ganz am Anfang. Laut Petra Sczesny nehme das Vorhaben im Laufe des Jahres sicherlich konkretere Formen an.

Zum Thema:
Perspektivische Planungen der WBG sehen über 27 Millionen Euro an Investitionen vor, davon 22 Millionen Euro Eigenmittel.Für 2017 prognostiziert die WBG einen Gewinn von rund einer Million Euro.Die WBG hat 3959 Vertragseinheiten im Bestand. Der Leerstand davon beträgt 15,6 Prozent. Insgesamt verwaltet sie darunter in Weißwasser, Boxberg und Schleife 3879 Wohnungen, von denen aktuelle 594 nicht bewohnt sind. Das sind 12,9 Prozent. 29 Wohnungen werden derzeit für die Unterbringung von circa 70 Flüchtlingen genutzt. Für 14 Wohnungen davon läuft der Vertrag Ende Mai aus. Beim Bonitätsrating der Sächsischen Aufbaubank 2016 wurde die WBG erneut in die Rating-Klasse 1 eingestuft. Unter 210 bewerteten Wohnungsunternehmen ist die WBG bei vielen Kennziffern Branchenführer. Sie gilt laut SAB als stabiles und effizient arbeitendes Unternehmen. Diese Einschätzung garantiert günstigste Konditionen bei der SAB.