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Verkehrschaos in Rietschen

Der Inselweg in Rietschen ist zu einer Einbahnstraße umfunktioniert worden. Er ist nur aus Richtung Niesky/Görlitz zu passieren.
Der Inselweg in Rietschen ist zu einer Einbahnstraße umfunktioniert worden. Er ist nur aus Richtung Niesky/Görlitz zu passieren. FOTO: Joachim Rehle/jor1
Rietschen. Lange haben die Rietschener darum gekämpft, dass die B 115 in ihrem Ort saniert wird. Seit mehreren Wochen schon laufen die Bauarbeiten, sollen laut Bürgermeister Ralf Brehmer (Freie Wähler) "am 18. Christian Köhler

August planmäßig abgeschlossen sein". Aber was sich derzeit in Rietschen abspielt, gleicht einem Verkehrschaos.

Lkw und Autos fahren einspurige Straßen entlang, wo sonst nur Einwohner mit ihren Fahrzeugen zu sehen sind. Das Problem: Die Baustelle ist an den Bahngleisen im Ortskern angekommen. Eine Wendemöglichkeit gibt es zwar, allerdings geht es weder nach links noch rechts. "Wir haben den Inselweg zu einer Einbahnstraße umfunktioniert", erklärt Ralf Brehmer. Aus Richtung Weißwasser ist dieser nun nicht mehr zu befahren, sondern nur aus Richtung Niesky. Das aber werde von einem Großteil der Auto- und Lkw-Fahrer ignoriert. "Ein Lkw ist jüngst auch auf einem Feld der Agrargenossenschaft Daubitz stecken geblieben und hat Schäden verursacht", berichtet Ralf Brehmer den Gemeinderäten.

Die zählen dem Bürgermeister auf, was ihnen die Bürger darüber hinaus berichten: "Das Bankett der Straße an den Heidehäusern ist sehr stark beschädigt", beschreibt Horst Mrusek (Freie Wähler). Die Strecke wird als Umleitung genutzt, weise in der Zwischenzeit zahllose Löcher auf. "Wir kommen unserer Verkehrssicherungspflicht nach", entgegnet der Bürgermeister. Die Löcher, die tiefer als 15 Zentimeter sind, werden verfüllt. Die Gemeindeverwaltung wolle allerdings die Straße erst nach Abschluss der Bauarbeiten an der B 115 komplett wieder reparieren. Bis dahin "sollten gerade Einheimische sich auch an die veränderten Geschwindigkeitsregelungen halten", unterstreicht Ralf Brehmer.

Andere Räte erzählen, dass sich viele Autofahrer nicht nur über die Feldwege rund um Rietschen auf den Weg machen, die Baustelle zu umfahren, sondern auch zum Teil auf privaten Grundstücken landen, in Grundstückseinfahrten umlenken, an Schranken vor Waldwegen stehen oder aber sämtliche Verkehrsschilder einfach ignorieren. "Wir haben immer wieder einen Suchverkehr im Ort", sagt der Bürgermeister.

Dabei verweist er darauf, das die Polizei verstärkt im Ort präsent ist, Falschfahrer anhält und bei Geschwindigkeitsüberschreitungen eingreift. Gerade am Inselweg, der eigentlich ein Anliegerweg ist, sei dies nötig, so Brehmer. Immerhin habe die Gemeinde bereits zwei Einfahrt-verboten-Schilder aufstellen lassen.

"Wird die B 115 denn früher fertig?", will Erbo Naß (Freie Wähler) wissen. "Wir gehen davon aus", so Brehmer. Bis dahin bitte er um Verständnis. Und dass sowohl bei den Autofahrern als auch bei den Rietschener Anwohnern.