Die Mitarbeiter aus dem Referat Bau machten sich mit versammelter Mannschaft Luft und wandten sich an Antragsteller Silko Hoffmann (Wir für hier). Noch immer ist ihnen der Grund für seine verlangte Auflistung nicht klar.

Eine Antwort erhielten sie, wie Hoffmann ausführte, aus datenschutzrechtlichen Gründen nicht - obwohl der ursprüngliche Antrag noch ohne Hinzuziehens des sächsischen Datenschutzbeauftragten erfolgte. Oberbürgermeister Torsten Pötzsch (Klartext) bat die Öffentlichkeit im Ausschuss vor die Tür, damit die Beteiligten endlich reinen Tisch machen konnten.

Die anschließende Debatte zeigte aber, dass das Thema nicht erledigt ist. Noch im Oktober hatte Hoffmann der RUNDSCHAU erklärt, ihm gehe es um Transparenz. Und an dieser ließ es die Stadtverwaltung nicht mangeln, als Pötzsch im November dem Wir-Für-Hier-Stadtrat eine Vergabeliste aushändigte. "Man sollte nicht pauschal ins Blaue schießen, wenn es keinen Anfangsverdacht gibt", unterstrich Andreas Friebel (Klartext). Er könne den Ärger der Verwaltung nachvollziehen. Immerhin hatte Silko Hoffmann für die Lektüre der Liste zwei Monate Zeit, so Friebel, und dennoch halte er an der Einsichtnahme fest. "Wenn man etwas hat, sollte man es doch sagen", bat Detlef Wolsch (Klartext) darum, mit offenen Karten zu spielen. "Man hat inzwischen das Gefühl, sich als Verwaltung dafür entschuldigen zu müssen, Weißwasseraner Unternehmen im Namen der Stadt zu beauftragen", versuchte Pötzsch, Silko Hoffmann die Folgen des Antrags zu verdeutlichen.

Kathrin Jung (SPD), die neben Hoffmann und fünf anderen Stadträten mit einem neuen Antrag in die Liste schauen will, erklärte, sie wolle keinen Verwaltungsaufwand. "Den werden wir durch die Anonymisierung jedoch haben", entgegnete Pötzsch. Er sicherte zu, die Räte in die Liste sehen zu lassen, jedoch ohne Einzelrechnungen.