| 10:53 Uhr

Verfolgungskrimi an der A 4 bei Görlitz

FOTO: Dan Kollmann (68321594)
Görlitz. Während einer Kontrolle der Bundespolizei am Mittwochmorgen ist ein polnischer Fahrer zunächst über die Autobahn und dann auf ein Feld geflüchtet. Laut Polizeiangaben wurde unter Einsatz eines Polizeihubschraubers, mehrerer Streifen der Bundes- und Landespolizei der Mann mit einem fünf Jahre alten Kind bei einem Unterstand aufgespürt.

Aufmerksam registrierten die Polizeibeamten am Mittwochmorgen ein Fahrzeug mit polnischen Kennzeichen, dass mit etwa 20-30 Stundenkilometern auf der A 4 in Richtung Dresden nach Deutschland einreiste. Da der Fahrer, so die Polizei weiter, habe einen verwirrten Eindruck auf die Beamten gemacht. Auf der Rücksitzbank hatte sich zudem noch ein zirka fünf Jahre alter Junge befunden, sodass sich die Beamten zu einer Kontrolle des Fahrzeuges entschlossen.

Während der Kontrolle legte der polnische Fahrer einen ukrainischen Führerschein vor, der genauer überprüft werden sollte. In diesem Moment beschleunigte der Fahrer das Fahrzeug und begann seine wilde Flucht vor der Polizei. Auf einem Feld fuhr er sich fest, was den Mann an einer weiteren Flucht zu Fuß, mit dem Kind, nicht hinderte.

Durch den Einsatz weiterer Streifen von Bundespolizei, Bundeszollverwaltung und der Landespolizei sowie dem Einsatz eines Polizeihubschraubers und Diensthundes der Bundespolizei, konnte der Mann mit dem Kind im Bereich der Windkraftanlagen bei Ludwigsdorf, in einem alten Unterstand, aufgespürt werden.

Der Mann hielt dabei das Kind fest im Arm und wollte dieses nicht mehr loslassen. Als dann auch noch ein pistolenähnlicher Gegenstand in seinem Rucksack gefunden wurde, schlug der vermutlich unter dem Einfluss von Betäubungsmitteln stehende Mann unvermittelt um sich und gefährdete dabei die Gesundheit des Jungen. Die Beamten griffen schnell und entschlossen zu und konnten das Kind befreien und vor Verletzungen bewahren.

Laut Polizei ergaben erste Ermittlungen, dass es sich wohl tatsächlich um den Vater des Kindes handelt. Warum er sein Kind in eine solch gefährliche Situation brachte, ermittelt nun der Kriminaldienst des Polizeireviers in Görlitz.

Der Junge wurde dem Jugendamt in Görlitz zur weitern Betreuung übergeben. Dort holte die Mutter das Kind im Verlaufe des Nachmittags ab.