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| 15:28 Uhr

Ausgezeichnet
Verdiente Würdigung für einen alten Eishockey-Haudegen

 Fritz Käsche mit der Urkunde für seine Ehrenmitgliedschaft bei Rot-Weiß Bad Muskau in seinem Haus am Eichenweg 53 in Krauschwitz.
Fritz Käsche mit der Urkunde für seine Ehrenmitgliedschaft bei Rot-Weiß Bad Muskau in seinem Haus am Eichenweg 53 in Krauschwitz. FOTO: Ingolf Tschätsch
KRAUSCHWITZ/BAD MUSKAU. Der Krauschwitzer Fritz Käsche hat die Ehrenmitgliedschaft von Rot-Weiß Bad Muskau bekommen. 53 Jahre lebte er unermüdlich für den Eishockeysport. Von Ingolf Tschätsch

Auf der kürzlichen Vollversammlung von Rot-Weiß Bad Muskau – verbunden mit der Wahl eines neuen Vorstandes – gab es für Fritz Käsche einen bewegenden und zugleich freudigen Moment. „Bürgermeister Andreas Bänder, der wiedergewählte 1. Präsident des Sportvereins, überreichte mir eine Urkunde, mit der ich zum Ehrenmitglied von Rot-Weiß ernannt wurde. Ich war schon echt überrascht, wusste ich doch nicht, dass eine solche Würdigung meiner Person geplant war. Andreas hatte mir bloß ausgerichtet, dass ich unbedingt zur Versammlung kommen soll. Das hatte ich sowieso vor“, erzählt der Krauschwitzer der RUNDSCHAU. „Für seine Leistungen als Förderer des Eishockeysports und des Vereinslebens“, steht als Begründung für diese Ehrung auf der in Glas eingerahmten Urkunde. Der Vollständigkeit halber sei erwähnt, dass in der gleichen Versammlung ein weiterer Sportfreund als Ehrenmitglied aufgenommen worden ist. Es ist der Fußballer Peter Reif, der zuletzt als Übungsleiter tätig war.

53 Jahre hat Fritz Käsche für den Eishockeysport buchstäblich gelebt, anfangs als Aktiver, später dann in verschiedenen verantwortungsvollen Funktionen.  „Ich war in Bad Muskau Übungsleiter, Mannschaftsleiter, Manager, Abteilungsleiter, habe Höhen genauso wie Tiefen kennengelernt“, erzählt er. Seine Gedanken gehen zurück zu jenem denkwürdigen Januartag im Jahr 1965. „Da wurde mit einem Spiel gegen eine Mannschaft aus Hoyerswerda/Lohsa das mit unserer Hände Arbeit neu geschaffene Natureisstadion am Bergschen See eingeweiht“, weiß der gelernte Gießereifacharbeiter, der in der Keulahütte  und in der Entstaubungstechnik, der jetzigen Firma Kreisel, seiner Heimatgemeinde gearbeitet hat, noch wie heute. „Und wir haben gewonnen“, fügt Käsche hinzu.

 Zu diesem Zeitpunkt war der Sport auf den schnellen Kufen bereits ganz offiziell in Bad Muskau aus der Taufe gehoben worden. „Das war einige Monate zuvor, im August 1964, als wir die damalige Sektion Eishockey von Motor Bad Muskau gegründet haben. Trägerbetrieb war das frühere Schaltgerätewerk“, erinnert sich der Krauschwitzer.

So manchen Erfolg konnten Fritz Käsche und seine Puckjäger feiern. Beispielsweise den 1.Platz bei der DDR-Bestenermittlung 1977 in Erfurt oder die viermalige Erringung des Sachsenmeistertitels nach der Wende sowie den 4. Rang in der Regionalliga Ost in der Saison 2013/14.  Zuletzt lief es aber nicht mehr so gut - nur der letzte Platz in der Regionalliga Ost - was Fritz Käsche selbstverständlich schmerzt.

Im Juli wird er 80 Jahre. „Da wird es Zeit, sich zurückzuziehen, Jüngeren Platz zu machen. Die Verleihung der Ehrenmitgliedschaft betrachte ich deshalb als eine Art glücklichen Schlussstrich unter mein aktives Wirken für den Eishockeysport. Meiner Familie, vor allem meiner Frau Gabriele, die sich in der Buchhaltung der Abteilung eingebracht hat, bin ich  dankbar für die Unterstützung. Als passives Mitglied werde ich natürlich weiterhin interessiert verfolgen, wie es mit dem Eishockey in Bad Muskau weitergeht“, sagt der Mann, der so viel für diesen attraktiven Sport in der Parkstadt getan hat. Jetzt freut er sich aber erst einmal auf das Gärtnern und Werkeln auf seinem großen Grundstück am Eichenweg 53. Aber Eishockey ist trotzdem schon wieder ein Thema. Noch dazu ganz aktuell. „Die Weltmeisterschaft in der Slowakei. Die Spiele werde ich mir unbedingt im Fernsehen anschauen.“ Fritz Käsche wäre nicht Fritz Käsche, würde er anders reagieren.