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| 13:48 Uhr

Medizin
Verbund stärkt Krankenhäuser

Andreas Grahlemann ist Chef des Krankenhausverbundes.
Andreas Grahlemann ist Chef des Krankenhausverbundes. FOTO: Regina Weiß
Görlitz. Die Palliativstation in Weißwasser soll im Sommer eingeweiht werden.

Ein Verbund ist eine sehr starke Einheit. Als solche sieht Geschäftsführer Andreas Grahlemann die Managementgesellschaft Gesundheitszentrum (Mglg) des Landkreises Görlitz. Sie ist die Holding, hinzu kommen die Krankenhäuser Weißwasser, Zittau und Ebersbach, zwei Medizinische Versorgungszentren (Weißwasser und Zittau), zwei Servicegesellschaften (Weißwasser/Zittau) sowie als jüngstes Kind die Krankenhausakademie. Beim Pressegespräch im Landratsamt in Görlitz stellt er nicht nur den Verbund vor, sondern zeigt auch die Herausforderungen auf, vor denen die medizinische Versorgung im Landkreis steht.

Die Kliniken seien Häuser der Grundversorgung mit einer jeweils kleinen speziellen Ausrichtung. „Künftig werden wir nicht mehr an jeder Stelle alles bringen können“, so Grahlemann. Umso wichtiger seien Standardisierungen, die an einer Stelle entschieden werden, aber für alle Häuser gelten. „Ich weiß, dass wir dafür noch einen Überzeugungsmarathon leisten müssen. Der Verbundgedanke ist noch nicht überall angekommen“, erklärt Grahlemann. Der Verbund sei aber auch an anderer Stelle wichtig. „Von dieser Kraft zehren wir. Einzeln würden die Häuser von den Kostenträgern nicht mehr wahrgenommen“, stellt der Geschäftsführer fest.

Diese gebündelte Kraft setze man auch ein, um medizinisches Personal für die Häuser zu finden. Grahlemann spricht konkret von „einem Riesenaufwand, den wir dafür betreiben“. Headhunter (Personalvermittler) kommen zum Einsatz und die Teilnahme an 20 Messen. Da werbe man in Österreich, in Prag oder an der Uni in Leipzig für Ostsachen. Dabei werbe man mit Freizeitangeboten, bezahlbarem Wohnraum, Kitaplätzen und kurzen Wegen sowie der Möglichkeit, sich umfangreich medizinisch weiterbilden zu können.

2017 sei es so gelungen, 23 Ärzte in die Häuser zu holen. 170 Ärzte gibt es in allen genannten Einrichtungen. Davon kommen 45 Prozent aus dem Ausland. Elf Nationalitäten sind dabei vertreten, darunter Tschechen, Albaner und Syrer. „Ohne diese Kollegen könnten wir schon gar nicht mehr existieren.“ Allerdings ist das Ganze aus Andreas Grahlemanns Sicht auch ein zweischneidiges Schwert. In den jeweiligen Ländern nehme man medizinische Kapazitäten weg.

Eine weitere Herausforderung, der man sich stelle, sind Investitionen in Häuser und Technik. Mit der neuen Intensivstation in Weißwasser habe man seit Dezember 2017 einen Superstandard. In diesem Jahr sollen Arbeiten an den Dächern folgen. Außerdem will man sich der Notfallaufnahme widmen. Und dann ist da die neue Palliativstation. Sie wird nun im Sommer eröffnet. Das eigentlich gesteckte Ziel ist nicht erreicht worden. Noch steht dafür nicht das notwendige Personal bereit. Wichtig im Norden des Kreises bleibe die inhaltliche Ausgestaltung der vom Freistaat festgelegten Modellregion Weißwasser. Dabei geht es um die zukunftsfähige gute medizinische Versorgung. „Da sind Ideen aller Art gefragt“, so Grahlemann.

(rw)