(rw) „Vertraute Seelen ... über Grenzen hinweg“ lautet der Titel eine Lesung, die am Freitag, 12. April; in der Hafenstube stattfindet. Er ist auch der Name des ersten Buches, das Tristan Anderholm geschrieben hat. Der Autor schreibt unter diesem Pseudonym. Diesen hat er gewählt, weil ihm Skandinavien und die dortigen Autoren mit ihrer Schreibweise nahe sind.

Dabei ist Tristan Anderholm in Weißwasser geboren und hat die Stadt mit Mitte 20 verlassen. Sein Wunsch war es, wie die RUNDSCHAU erfährt, die erste Lesung in der alten Heimat durchzuführen. Eine gute Freundin der Familie gab den Tipp mit der Hafenstube. Laut Tristan Anderholm passt der Ort sehr gut. Weißwasser sei tief in ihm verwurzelt. „Meine Heimat gibt mir Halt“, lässt er die RUNDSCHAU wissen. Heute wohnt er in der Nähe von Stuttgart.

„Vertraute Seelen“ ist eine Liebesgeschichte und doch mehr. Intrigen, Glück, Job, Scheidung, Sex und Gewalt. Und dazu noch eine Kindheit ohne Vater in der DDR, in der die Stasi das Leben kontrollierte. Die Hauptperson John Forro versucht, mit all dem klarzukommen. Aber wo sind die Grenzen des Machbaren? So heißt es im Klappentext zum Buch. Es enthält Parallelen zum Leben des Schriftstellers. „So etwa die Eckpunkte in dem Leben des Hauptprotagonisten, der genau wie ich in Weißwasser geboren ist, hier aufwächst und in seiner späteren Jugend in Süddeutschland dem Geld und gesellschaftlicher Anerkennung hinterherjagt.Und dennoch ist es ein Roman, mit fiktiven Personen und erdachten Situationen. Einzig und allein die zeitgeschichtlichen Ereignisse, wie zum Beispiel die Wende und der 11. September, und bestimmte Ortschaften/Straßen weisen auf einen realen Hintergrund hin“, berichtet Anderholm.

Er schreibt seit einigen Jahren Kurzgeschichten und veröffentlichte diese auf seinem Blog „Worte vom Stern“. Sie wurden schließlich von Yogalehrerinnen als Einstimmung genutzt. „Die positive Resonanz darauf und meine eigene bewegte Vergangenheit brachten mich dann auf die Idee einen Roman zu schreiben. Und dabei war sofort klar, dass die Handlung auch in Weißwasser spielen wird.“

Die Lesung beginnt am 12. April um 20 Uhr in der Hafenstube. Der Eintritt kostet fünf Euro.