Denn der Inhaber der Gaststätte, Christoph Pech, hatte mit seinem Team gleich an zwei Tagen zum nunmehr vierten Mittelaltermarkt eingeladen. Und dafür hatte sich der Gastronom einiges einfallen lassen.
Unweit des Eingangsbereiches hatten sich die Senftenberger Vaganten nieder gelassen. Zwischen Lagerfeuer, Eigenbau-Zelt, Fellen, Ritterrüstungen und Schwertkämpfen erlebten die Besucher hautnah einen Einblick in jene Zeit, in der zwischen höfischer Prachtentfaltung, klerikaler Fast-(Allmacht) und tiefstem Elend der Leibeigenen auch das lag, was als munteres Markt- und Gauklertreiben heute unser Mittelalterbild prägt - jedenfalls wenn es um Feiern wie die auf dem Partwitzer Hof geht.
Aber selbst das heitere Mittelalter hatte seine Tücken, wie ein kleiner Besucher betrübt feststellen musste: Keine Pommes Frittes! „Seid gegrüßt. Aber Pommes gibt es erst in etwa 600 Jahren“ , rief Carsten Lyhs schmunzelnd vom tierischen Mittelalterstand, an dem statt modernem FastFood Erlebnisgastronomie pur zu erleben war. So standen beispielsweise Schaf-, Ziegen- und Wildspezialitäten sowie Fladen aus Mais auf der Speisekarte. Allein schon die Zubereitung in der Schau-Bräterei erwies sich als wahrer Hingucker. Ganz vorbei an modernem Essen kamen viele Besucher trotz Holzbesteck dann doch nicht: Ließ sich doch mancher „Drachenblut“ schmecken, das heutzutage populärer (fälschlich?) unter „Ketchup“ firmiert.
Währenddessen entführten Peter, Steffen und Inge die Besucher in die musikalische Welt des Mittelalters. Fleißige Handwerker waren derweil direkt auf dem Partwitzer Hof zu erleben. So präsentierte sich der Betrieb Metallbau Scholz aus Wittichenau mit Vorführungen des Schmiedehandwerks.
Bei Reto Hesse aus Bernsdorf konnten Besucher hingegen selbst Messer und Scheren schleifen. So richtig stimmungsvoll und anheimelnd wurde es am Sonnabendabend: Bei Kerzenschein und brennenden Fackeln lud die Lutz-Neumann-Band „Shawue“ zum Livekonzert. „Es waren etwa 70 Besucher abends da. Die Leute waren besonders von den exzellenten Mandolinensoli begeistert. Das Hoffest war wieder ein voller Erfolg“ , resümierte Christoph Pech abschließend.