Ein seit 2015 in Görlitz lebender 34-jähriger Pole war am 31. August 2018 in Plotzen (Landkreis Bautzen) von der Polizei festgenommen worden. Gegen ihn bestand der dringende Tatverdacht wegen Raubes und schweren Raubes in jeweils zwei Fällen sowie Raubes mit Todesfolge.

Letzteres hat am Montag am Landgericht Görlitz zur Verurteilung geführt. Der Pole muss lebenslang hinter Gittern.

Das Landgericht habe die besondere Schwere der Schuld festgestellt, sodass die Strafe nach 15 Jahren nicht automatisch auf Bewährung ausgesetzt werden kann, wie die stellvertretende Sprecherin des Landgerichts Viola Preuß auf Nachfrage betonte.

Pole hat 90-jährige Frau in Görlitz ermordet

Beim Strafmaß sei das gericht dem Antrag der Staatsanwaltschaft gefolgt. Das Gericht sah es als erwiesen an, dass der 34-Jährige eine 90-jährige Frau in ihrer Wohnung in Görlitz-Königshufen ermordet hat.

Er hatte am Tag der Frau die Handtasche gestohlen und war dann nachts mit den darin befindlichen Schlüsseln in ihre Wohnung eingedrungen. Bei der Suche nach Geld und Wertsachen war die Seniorin erwacht und hatte laut um Hilfe geschrien.

Daraufhin habe er die Frau zu Boden gestoßen, ihr ein Kissen aufs Gesicht gedrückt und sich auf sie gekniet. Anschließend klebte er mehrere Lagen Klebestreifen auf Mund und Nase, sodass die Frau starb.

Mörder ging in Görlitzer Wohnung des Opfers zurück

Anschließend habe er versucht, mit der gestohlenen EC-Karte Geld abzuheben, was jedoch aufgrund einer falschen PIN misslang. Daraufhin ging er nochmals in die Wohnung der Frau, legte die Tote aufs Bett und suchte vergeblich nach der richtigen PIN.

Bei seiner Ergreifung fanden Polizisten im Fluchtfahrzeug des Mörders einen Elektroschocker und sogar eine Schreckschusspistole, hieß es seinerzeit in einer Pressemitteilung der Polizei.

Tödlicher Raub in Görlitz offenbar vor Aufklärung Haftbefehl gegen 33-jährigen Tatverdächtigen erlassen

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