Von Christian Köhler

Seit mehr als drei Jahren arbeitet Sören Flint aus Weißwasser mit seiner Familie unermüdlich an der Erfindung, die sich nicht nur in Weißwasser immer größerer Beliebtheit erfreut: Der Haltefix-Gnubbel. Neben dem dritten Platz beim Existenzgründerwettbewerb der Wirtschaftsinitiative Lausitz 2017 feiert der Gnubbel auch internationale Anerkennung. „Wir sind 2018 mit der Goldmedaille in Genf bei der Welterfindermesse ausgezeichnet worden“, erzählt Sören Flint. Dafür hat sich der Weißwasseraner nicht etwa beworben, sondern ist von der Schweizer Regierung und dem Weltverband zum Schutz geistigen Eigentums eingeladen worden.

„Wir sind zudem regelmäßig auf Messen präsent und verkaufen unser Produkt über Händler und das Internet“, sagt der Erfinder. Seit 2015 sind so 13500 Haltefix-Gnubbel aus der Erfinderwerkstatt gegangen. Und 2000 Vorbestellungen sind bereits in Arbeit. Die Nachfrage habe sich demnach gut entwickelt, sagt Flint.

Entsprechend vergrößert hat sich inzwischen auch die Produktfamilie. Neben einem Gnubbel, der sich überall anschrauben lässt, gibt es viele mobile Modelle. „Diese können im Reha- und Klinikbereich oder aber bei Freizeit-, Hobby- und Bürotätigkeiten eingesetzt werden“, erklärt Sören Flint. Zudem gibt es inzwischen auch Anfragen aus der Handwerkerschaft nach stabileren Gnubbeln. „Die haben wir gerade in der Erprobung“, sagt der Weißwasseraner.

Haltefix-Gnubbel wird optimiert

Das gilt auch für die fluoreszierenden Gnubbel, die im Dunkeln leuchten. „Gerade für Kleinkinder oder Krankenhäuser sind diese ideal“, erklärt Sören Flint. So lassen sich in ungewohnter Umgebung über Nacht Dinge in der Nähe des Bettes befestigen – und leicht wiederfinden. Allerdings müsse hier noch einiges an Entwicklungsarbeit geleistet werden.

Dazu kooperiert Flint mit einem Unternehmen in Warstein, was den Gummi produziert. In Brieselang bei Potsdam wiederum werden die Gnubbel dann gegossen und in die jeweilige Form gebracht. „Wir sind sehr stolz darauf, die Gnubbel in Deutschland zu produzieren“, sagt Sören Flint, „damit haben wir bewiesen, dass solche Kleinteile nicht immer in China hergestellt werden müssen“.

Insgesamt hat die Entwicklung und Vermarktung – ein Händler von der Firma ClinicCare vertreibt die Gnubbel im Rehabereich – eine sechsstellige Summe gekostet. Ende 2019 hofft der Erfinder, damit schwarze Zahlen zu schreiben. „Unser Ziel ist es, den Gnubbel so zu verbessern, dass er die Büroklammer des 21. Jahrhunderts wird“, sagt Sören Flint. Und mit „wir“ meint er die gesamte Familie. Alle zusammen helfen mit, Werbung zu machen, einzupacken und zu entwickeln. Immerhin wird der Gnubbel inzwischen nicht nur in zehn Länder in Europa vertrieben, sondern auch nach Übersee und auf die arabische Halbinsel.

Animationsfilm mit Gnubbeln

Der neuste Clou ist aber gewissermaßen noch am Köcheln. „Wir planen einen Animationsfilm mit den Gnubbeln“, sagt Sören Flint. Die Idee dazu sei den Weißwasseranern auf einer Messe gekommen. Weil diese „sehr kinderunfreundlich sind“, haben die Unternehmer die Gnubbel kurzerhand mit Augen und Mündern bemalt. Das habe für unheimliche Begeisterung gesorgt. „Deshalb fahre ich demnächst nach Berlin, um mich mit einem Regisseur zu treffen“, verrät Sören Flint. Und so könnte Weißwasseraner Erfindergeist auch noch die Leinwand stürmen.