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Umbau – Richter müssen umziehen

Wird voraussichtlich für mehrere Monate geschlossen – das Amtsgericht am Marktplatz in Weißwasser.
Wird voraussichtlich für mehrere Monate geschlossen – das Amtsgericht am Marktplatz in Weißwasser. FOTO: Gabi Nitsche
Weißwasser. Ab Ende dieses Jahres bis Sommer 2016 soll das Amtsgericht in Weißwasser umgebaut werden. Barrierefrei und brandschutzsicher soll es werden. Die Beschäftigten müssen voraussichtlich in die Gauß-Straße umziehen. Daniel Preikschat

Wer das Amtsgericht in Weißwasser betritt, sieht gleich die Veränderung. Der Eingangsbereich erscheint deutlich größer und heller. Auf dem Fußboden und an den Säulen ist noch erkennbar, wo Wände herausgebrochen worden sind.

Allerdings ist das erst der Anfang eines größeren Umbaus, wie Andrea Krieger vom zuständigen Staatsbetrieb Sächsisches Immobilien- und Baumanagement (SIB) auf Nachfrage bestätigt. In dem Innenhof, den das Amtsgericht mit dem Rathaus bildet, werde ein Aufzug gebaut, von dem aus das erste Obergeschoss des Gerichts zu erreichen ist.

Kosten noch offen

Geplant sei weiter, den Eingangsbereich mit einem Besuchertresen zu versehen, außerdem den Brandschutz im Haus insgesamt zu verbessern. Derzeit, so die Behördensprecherin weiter, liefen bauvorbereitende Maßnahmen. Dazu gehöre auch der Rückbau der Wände. Die Planung sei noch nicht abgeschlossen. Daher stünden auch die Kosten noch nicht fest. Der Umbauzeitraum erstrecke sich voraussichtlich von Ende 2015 bis Sommer 2016.

Amtsgerichtsdirektor Martin Hinrichs hatte bereits mehrfach auf die Sanierungsbedürftigkeit des Gebäudes hingewiesen. Zuletzt sogar recht eindringlich Ende Oktober 2013 im Stadtrat. Ein nicht barrierefreies Haus mit veralteten Elektroleitungen und Wasserrohren, mangelhaftem Brandschutz und feuchten Kellerräumen sei kein Beitrag zur Sicherung des Amtsgerichtsstandortes Weißwasser. Das Amtsgericht sei die letzte selbstständige Staatsbehörde in Weißwasser und biete den Menschen in der Stadt einige Vorteile. Hier könnten sie viele Ämtergänge erledigen, etwa wenn es um Erbschafts- oder Grundstücksangelegenheiten ginge. Was einmal weg sei, komme nicht wieder. Der Amtsgerichtsdirektor bat die Stadträte daher, politisch Druck zu machen, damit das Gebäude endlich umfassend saniert wird.

Danach sieht es nun zwar aus. Doch Hinrichs will lieber noch abwarten, bevor er sich freut. Denn bisher sei immer nur scheibchenweise saniert worden. Mal wurden die Toiletten erneuert, mal die Fenster, mal der Verhandlungssaal renoviert.

Genug Platz in der Gauß-Straße

Bei der vom SIB angekündigten größeren Sanierung ist aus Sicht Hinrichs ein Umzug der im Haus Beschäftigten unausweichlich. Das Gebäude an der Carl-Friedrich-Gauß-Straße, wo bisher nur ein kleinerer Teil des Amtsgerichts untergebracht war, stehe mittlerweile halb leer. Dorthin könnte man vorübergehend alles auslagern. Vom Umzug betroffen wären rund 40 Mitarbeiter, Richter, Rechtspfleger, Gerichtsvollzieher, Verwaltungsmitarbeiter und Wachtmeister.