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Uhyst
Uhyster befreien ein weiteres Stück Park vom Wildwuchs

Dank des Radladers der Gemeinde Boxberg konnten Wildwuchs und Unrat zügig beseitigt werden.
Dank des Radladers der Gemeinde Boxberg konnten Wildwuchs und Unrat zügig beseitigt werden. FOTO: Richter Torsten / Torsten Richter
Uhyst. Knapp 20 Freiwillige beteiligen sich am siebten grünen Seminar. Unkraut und Müll wurden entfernt.

Am Sonnabend haben sich knapp 20 Freiwillige am siebten Uhyster Parkseminar beteiligt. Diesmal stand ein etwas abseits gelegener Teil des insgesamt rund 20 Hektar großen Ensembles im Fokus der Veranstaltung. Das einst von der Fischereiwirtschaft genutzte Areal wurde von Unrat und Wildwuchs befreit.

„Wir wollen ein Stück Park zurückgewinnen“, bringt Kathrin Franz das Anliegen des diesjährigen Parkseminars auf den Punkt. Die Leipziger Landschaftsarchitektin vom gleichnamigen Büro begleitet die Uhyster bereits seit Jahren bei der Pflege ihres Parks. Das diesmal zu bearbeitende Gelände befindet sich direkt zwischen der Schlosswiese und dem Schwanenteich. Überall liegen alte Betonplatten herum, hier und dort auch rostige Zaunreste sowie diverse Bohlen und Rohre. Zudem hat sich ein ziemlicher Wildwuchs breit gemacht. Die Männer und Frauen machen sich unter der Regie von Kathrin Franz und des Organisators, dem Uhyster Heimatverein, ans Werk.

Unterstützung kommt dabei, wie bereits seit Jahren, von der Gemeinde Boxberg. Kein Wunder, gehört der Kommune doch dieses Areal. Der Unrat, so berichten alteingesessene Uhyster, liege teilweise bereits seit den 1950er-Jahren in diesem Parkteil. Es werde jetzt höchste Zeit, den Müll fachgerecht zu entsorgen. Schließlich solle es wieder eine attraktive Sichtachse vom Schwanenteich zum nicht weit entfernten Schloss geben. Dieses Ziel hat sich Karsten Kunaschk vom Uhyster Heimatverein auf die Fahnen geschrieben. Der Park müsse wieder eine Einheit werden.

Bereits während der vergangenen Seminare sei eine Menge bewegt worden. So wurden unter anderem Altbäume wieder freigestellt, ehemalige Kleingärten beräumt und der Kampf gegen den berüchtigten Japanischen Knöterich aufgenommen. Da die Uhyster dem unerwünschten Eindringling ständig auf den Fersen sind, habe sich diese wuchernde Pflanze inzwischen rar gemacht. So könnten die dortigen, uralten Hortensien wieder in Ruhe weiterwachsen. Sie befinden sich bereits seit rund anderthalb Jahrzehnten in Sichtweise des Schlosses.

Darüber hinaus ziehen die alten Eichen das Interesse der Besucher auf sich. Manche dieser knorrigen Gehölze sind laut Kathrin Franz bereits zwischen 300 und 400 Jahre alt. Zum Vergleich: Der Baubeginn für das jetzige Schloss jährt sich anno 2018 zum 280. Mal.

Einer, der bei mehreren Parkseminaren in der Region häufig mit anpackt, ist der Dresdner Heilpraktiker Tim Beickert. „Ich beteilige mich bereits seit den 1980er-Jahren an der Pflege des Seifersdorfer Tals bei Dresden“, erklärt der Experte mit dem grünen Daumen. „Und ich habe gehört, dass im Uhyster Park Not am Mann ist. Da helfe ich gern.“ Beickert sagt, dass ihn das Ensemble an der Spree aufgrund seiner Vielfältigkeit fasziniere. Zudem mag er diesen Teil der Lausitz als eine stille Gegend, weitab vom Trubel der großen Welt. An diesem Sonnabend hilft Tim Beickert unter anderem beim Entfernen eines alten Zauns.

Einen großen Traum wollen sich die Uhyster in ihrem Park demnächst unbedingt verwirklichen. Und zwar die fachgerechte Rekonstruktion der insgesamt vier Sandstein-Skulpturen. Die Exponate aus der Zeit des sächsischen Barocks präsentieren sich derzeit als stark verwittert. Möglicherweise gelinge es, Fördermittel zu aquirieren, sodass eine zeitnahe Bearbeitung möglich wird, hofft Karsten Kunaschk.

Indes gibt es schon die ersten Parktermine für das kommende Jahr. Denn dann solle wieder ein Parkpicknick stattfinden. Wann? „Wir planen einen Termin um den Tag der Oberlausitz Ende August“, kündigt Kunaschk an. Vielleicht können die Besucher zu diesem Anlass bereits die in neuem Glanz erstrahlenden Skulpturen bewundern. Die Uhyster würden es sich jedenfalls sehr wünschen.