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| 16:36 Uhr

Arbeitseinsatz im Schlosspark
Uhyster rücken dem Spitzahorn zu Leibe

Der Aufruf zum Parkpflegeeinsatz im Uhyster Schlosspark hat die Einwohner mobilisiert, zu Harke, Spaten und Äxten zu greifen. „Geholfen haben alle diejenigen, denen der Schlosspark am Herzen liegt", so die Leipziger Landschaftsarchitektin Kathrin Franz. Neben dem Pflegeschnitt an Sträuchern und Bäumen galt der Beseitigung des störenden Jungwuchses besondere Aufmerksamkeit.
Der Aufruf zum Parkpflegeeinsatz im Uhyster Schlosspark hat die Einwohner mobilisiert, zu Harke, Spaten und Äxten zu greifen. „Geholfen haben alle diejenigen, denen der Schlosspark am Herzen liegt", so die Leipziger Landschaftsarchitektin Kathrin Franz. Neben dem Pflegeschnitt an Sträuchern und Bäumen galt der Beseitigung des störenden Jungwuchses besondere Aufmerksamkeit. FOTO: Joachim Rehle
Uhyst. Achtes Parkseminar fokussiert Standort der alten Orangerie. Auch dem Japanische Knöterich geht es an die Wurzeln. Von Torsten Richter-Zippack

Bereits zum achten Mal haben sich zwischen 20 und 30 Uhyster getroffen, um ihren Schlosspark zu pflegen. Diesmal steht die Fläche östlich des Schwanenteiches im Fokus. Dort soll sich einst eines von zwei Gewächshäusern der Schlossherren befunden haben. Wo genau, verbirgt sich bislang im Dunkel der Geschichte. Nach Angaben von Protagonist Karsten Kunaschk seien dort nicht mal Grundmauern der Orangerie gefunden worden. Unbekannt sei des Weiteren, wann und warum sie abgerissen wurde.

Jetzt sollen junge Spitzahorne beseitigt werden. Denn diese Gewächse behindern die dortigen Eichen, erklärt Landschaftsarchitektin Kathrin Franz, die das Parkseminar fachlich anleitet. „Eichen brauchen viel Licht. Wenn andere Gehölze in die Kronen wachsen, wird der Wuchs der Eichen verlangsamt. Zudem können untere Äste absterben“, weiß die Expertin. Sie empfiehlt, die Ahorne nicht nur abzuschneiden, sondern samt Wurzeln auszugraben. „Ansonsten treiben sie wieder neu aus“, lautet die Begründung.

Ebenfalls ausgegraben werden muss der Japanische Knöterich. Diese Art gilt im Uhyster Park als echte Plage. „Würden wir den Knöterich nicht vehement bekämpfen, würde das gesamte Ensemble überwuchert“, zeigt Kathrin Franz mögliche Konsequenzen auf. Immerhin: Die Arbeiten der vergangenen Jahre können sich durchaus sehenlassen. Die invasive Art wurde dabei erheblich zurückgedrängt. Allerdings müsse dafür tief gegraben werden, reichen doch die Wurzeln bis in eine Tiefe von rund zwei Metern. Zudem gelte es, die Überreste der Pflanzen sorgfältig zu entsorgen, damit sie keinen weiteren Schaden anrichten.

Ansonsten bescheinigt Kathrin Frank dem Uhyster Schlosspark im Spätherbst 2018 einen sehr reizvollen Zustand. „Unsere Maßnahmen zahlen sich durchaus aus“, sagt die Leipzigerin. Ob beziehungsweise welche Schäden die Dürre der vergangenen Monate verursacht hat, würden erst die kommenden Jahre zeigen. Etwas abgemildert wurde die Trockenheit jedenfalls durch den Boxberger Bauhof. Mitarbeiter Andreas Jando sagt, dass er an den besonders heißen Tagen die Park-Rhododendren bewässert hatte. Daher präsentieren sich die Gehölze nach wie vor in herrlich grünen Farben.

Der Schwanenteich im südwestlichen Teil des Schlossparks zeigt indes wieder ein freundliches Antlitz. Denn schon vor rund zwei Jahren hatten die Protagonisten des Anglervereins Spreetal Uhyst mittels Fördergeld das Gewässer entschlammt und eine neue Böschung hergestellt. Wild sieht es dagegen im dahinter befindlichen ehemaligen Hirschgarten aus. Dieses Gelände gehöre der Fischereiwirtschaft und weise zudem einen hohen Grundwasserstand auf, der das Arbeiten nicht unbedingt leichter gestalten würde. Immerhin, so erinnert sich Karsten Kunaschk, sei das Ensemble vor Jahren zumindest schon mal entrümpelt worden.

Außerdem will sich Kathrin Franz um die Förderanträge für die Sanierung der vier Sandsteinfiguren am Schloss kümmern. Dann könnten diese wieder im alten Glanz erstrahlen. Sie präsentieren sich verwittert und zum Teil gesichtslos.