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U 18-Wahl im September will junge Leute für Politik interessieren

Weißwasser. In Deutschland findet am 27. September die Bundestagswahl statt. Einen ersten Test wird es aber bereits neun Tage zuvor, nämlich am 18. September, in hunderten von Städten geben. Martina Albert

An diesem Tag ist nämlich U 18-Wahl, eine simulierte Bundestagswahl für Kinder und Jugendliche. Initiiert ist die U 18-Wahl von einem breiten Netzwerk, das vom Deutschen Bundesjugendring über das Kinderhilfswerk bis hin zur Deutschen Jugendfeuerwehr reicht, auch der Görlitzer CDU-Bundestagsabgeordnete Michael Kretschmer unterstützt das Projekt.

Lokale Initiativen sind dabei aufgerufen, in ihrer Stadt ein Wahllokal zu eröffnen. Ziel ist es, Jugendliche an Politik heranzuführen, Unterschiede in den Partei- und Wahlprogrammen zu erkennen und Versprechen von Politikern zu hinterfragen und eigene Interessen zu formulieren.

Bislang sind rund 1000 Wahllokale in Deutschland angemeldet, 72 davon in Sachsen. In Weißwasser ist bislang kein U 18-Wahllokal geplant. Robert Lache von der Jugendhilfeagentur im Korczak-Haus erfuhr durch die RUNDSCHAU von der Aktion. „Hört sich interessant an, wir werden uns das Projekt mal anschauen“, erklärt er.

Für die Teilnahme entschieden hat sich dagegen schon das Mehrgenerationenhaus des Martinshofes in Rothenburg. „Die U 18-Wahl ist bei uns integriert in einen Prozess, der in Rothenburg schon seit Anfang des Jahres läuft“, erklärt der Leiter der Jugendhilfeagentur, Thomas Kucharek. Dabei gehe es darum, Bürgern im Allgemeinen und Jugendlichen im Speziellen Demokratie näher zu bringen. Die U 18-Wahl ist dabei nur ein Teil von vielen Aktionen. So wird es im neuen Schuljahr ein Planspiel Kommunalpolitik an der Mittelschule geben und auch im Unterricht wird das Thema Wahlen genau beleuchtet. „An der Mittelschule in Rothenburg wird im übrigens auch eine mobile Wahlurne aufgestellt“, erklärt Kucharek.

Doch bevor es soweit ist, gibt es am 9. September noch eine Podiumsdiskussion mit allen Wahlkandidaten. „Dazu sind auch alle anderen Bürger eingeladen“, betont Kucharek. Ziel sei es, allgemein der Wahlmüdigkeit entgegenzutreten. Ob und wie gut das bei der Altersgruppe U 18 in Rothenburg funktioniert, wird sich am Abend des 18. September zeigen. Dann wird es nämlich im Mehrgenerationenhaus eine Wahlparty geben, bei der der Stadtwahlleiter die Stimmen der U 18-Wahl auszählt. „Ich bin in jedem Fall gespannt“, freut sich Kucharek auf den Termin. Selbst wenn nur wenige Jugendliche an der Wahl teilnehmen sollten: Die Rothenburger wollen das Projekt wiederholen. „Das wäre für uns dann das Zeichen, künftig noch stärker aktiv zu werden“, erklärt Kucharek. Martina Albert

www.u18.org