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TÜP visiert Großinvestition an

Jürgen Klunker, Geschäftsführer von EST Energetics Rothenburg, Landrat Bernd Lange, Bürgermeister Andreas Bänder und Andreas Lysk sowie der stellvertretende Bürgermeister Daniel Mosmann beim Empfang (v.l.n.r.). Foto: Regina Weiß
Jürgen Klunker, Geschäftsführer von EST Energetics Rothenburg, Landrat Bernd Lange, Bürgermeister Andreas Bänder und Andreas Lysk sowie der stellvertretende Bürgermeister Daniel Mosmann beim Empfang (v.l.n.r.). Foto: Regina Weiß FOTO: Regina Weiß
Weißkeißel. 2016 war der Truppenübungsplatz Oberlausitz gut gebucht. Das ist die Einschätzung, die Oberstleutnant René Pierschel am Donnerstag beim Neujahrsempfang gegeben hat. Und auch 2017 ist dort viel los. Regina Weiß

Genau gestern vor einem Monat hat es in Berlin den schlimmen Terroranschlag auf dem Weihnachtsmarkt mit mehreren Toten und Verletzten gegeben. "Das hat uns leider gezeigt, wir sind nicht gefeit vor diesen Gefahren", so Oberstleutnant René Pierschel. Der Kommandant des Truppenübungsplatzes Oberlausitz (TÜP) schlägt beim traditionellen Neujahrsempfang den Bogen zwischen diesem schlimmen Ereignis und seiner beruflichen Wirkungsstätte. Denn Bundeswehr habe auch den Auftrag der Krisenvorsorge und der Terrorismusprävention erhalten. Der TÜP sei diesbezüglich ein ganz kleines Rädchen im Rahmen der Vorbereitung der Truppe. Pierschel erinnert die Gäste - darunter Landrat Bernd Lange (CDU) und alle Ober- beziehungsweise Bürgermeister der Anrainerkommunen -, dass Truppen nach ihrem Übungsaufenthalt sofort zu Auslandseinsätzen aufbrechen.

2016 war der TÜP gut gebucht. Waffengattungen von der Luft bis zum Boden haben teilweise in Großübungen Technik und sich selbst auf Herz und Nieren überprüft. Fast 11 000 Soldaten konnten begrüßt werden. "Damit haben wir den Schnitt aus den vergangenen Jahren gehalten", so Pierschel. Neben deutschen Truppen kamen die Soldaten aus den Niederlanden, Singapur und den USA. Die Erstgenannten absolvierten gleich mal zwei Durchgänge. Vor allem der Aufenthalt der Asiaten wertet der Kommandant als Erfolg für die Oberlausitz. Nicht nur, dass sie wie verabredet 2017 wiederkommen, auch die Erwartungen seien auf beiden Seiten übertroffen worden. "Ich bin mir ziemlich sicher, dass die Zusammenarbeit weiter vertieft wird."

Auch 2017 kommt die übende Truppe mit Kampfpanzer und Hubschrauber. "Temporär sind dann über 1000, in einem Fall sogar über 2000 Soldaten auf dem Platz, die hier gleichzeitig üben", erzählt René Pierschel.

Er berichtet weiter, dass auch weiter investiert wurde. 1,9 Millionen Euro kostete die neue Schießbahn 14, die in der Neustädter Heide angelegt wurde. Derzeit befinde man sich auf der Zielgeraden für die Übergabe. Mit der neuen Anlage mache man einen großen Sprung nach vorn für die übenden Einheiten. Bevor es dort losgeht, werde es aber ein Lärmmess-Schießen geben. Die Ergebnisse werden dann öffentlich präsentiert. Was Pierschel schon vorher ankündigt, auf dieser neuen Bahn werden keine Kampfpanzer schießen.

Investiert wird auch weiterhin, so in eine weitere Schießbahn (1,8 Millionen Euro) und ein Munitionslager für die Übungstruppen (3,3 Millionen Euro). Und dann nimmt man eine Großinvestition ins Visier. Der Planungsprozess für eine sogenannte Platzrandstraße soll angeschoben werden. "Wir wollen den Verkehr von der B 115 auf unseren Platz ziehen." Der Bau dieser Straße rund um den TÜP werde nach ersten Schätzungen rund 40 Millionen Euro kosten.