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| 22:23 Uhr

Boxberg
Großes Interesse an Trockneranlage

Paul Lardon und Tina Stroisch von der Oewa GmbH erklärten den Boxbergern die neue Klärschlammtrocknung. Baubeginn ist 2019.
Paul Lardon und Tina Stroisch von der Oewa GmbH erklärten den Boxbergern die neue Klärschlammtrocknung. Baubeginn ist 2019. FOTO: Torsten Richter-Zippack
Boxberg. Die Oewa GmbH informiert die Einwohner in Boxberg über ihr neues Projekt. Von Torsten Richter-Zippack

Auf großes Interesse ist eine Info-Veranstaltung der Oewa Wasser und Abwasser GmbH in der Boxberger Ortsmitte gestoßen. Über 100 Bürger haben sich über den geplanten Bau einer Trocknungsanlage für Klärschlamm auf dem Kraftwerksgelände interessiert. „Am meisten bewegt die Leute die Frage, ob sie persönlich etwas von unserem Vorhaben spüren werden“, sagt Oewa-Projektleiter Paul Lardon. „Und wir können die Menschen beruhigen. Die Anlage fällt neben dem Kraftwerk gar nicht auf.“ Ebenso bräuchten sich die Boxberger nicht vor einem erhöhten Verkehrsaufkommen bezüglich der Anlieferung des Klärschlamms fürchten. „Pro Tag kommen nur fünf Lkw. Und die fahren ausschließlich über die B 156 zur Kläranlage“, erklärt Lardon. „Ich kann also resümieren, dass unser Vorhaben in der Bevölkerung gut angenommen wird. Wir arbeiten also in die richtige Richtung.“

Zur Info-Veranstaltung ist auch Karla Werner gekommen. Die Weißwasseranerin ist gerade bei Verwandten in Boxberg zu Besuch. „Ich finde die Trockneranlage sinnvoll. Da wird was für unsere Umwelt getan“, sagt sie. Ins gleiche Horn stößt eine ältere Boxbergerin, die allerdings nicht ihren Namen in der Zeitung lesen will: „Es ist gut, dass am Kraftwerksstandort immer mal wieder was Neues passiert. Denn die Zeit bleibt ja auch nicht stehen.“

Vor Ort ist auch Sven Kappa vom Ver- und Entsorgungsmanagement des Bergbau-. und Energiekonzerns Leag, auf dessen Gelände die Klärschlammtrocknung entstehen soll. „Manche Leute wollen auch wissen, wie es mit dem Kraftwerk weitergeht.“ Laut dem im vergangenen Jahr von der Leag präsentierten Revierkonzept soll im Kraftwerk Boxberg bis zum Jahr 2040 Strom produziert werden. „Aber die Strukturkommission des Bundes hat dabei ein gewichtiges Wörtchen mitzureden“, erklärt Kappa. Darüber hinaus gebe es auf dem Kraftwerksgelände Platz für weitere Industrieansiedlungen. Im Kraftwerk selbst sind derzeit 570 Menschen beschäftigt. Für die neue Oewa-Trocknungsanlage sollen indes im Herbst die entsprechenden Unterlagen an die zuständigen Behörden eingereicht werden. Paul Lardon rechnet im Frühjahr 2019 mit dem Baustart. Und ab 2020 sollen pro Jahr 50 000 Tonnen Klärschlamm zu 14 000 Tonnen hochwertigem Ersatzbrennstoff verarbeitet werden. Das Granulat werde dann gleich nebenan im Kraftwerk verbrannt und in Strom umgewandelt oder alternativ in den Zementwerken der Region verwertet.

Zwei bis drei Arbeitsplätze werden aufgrund der neuen Klärschlamm-Trocknung entstehen. „Während des heutigen Info-Tages hat uns aber noch niemand eine Bewerbung mitgebracht“, sagt Paul Lardon.