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| 18:16 Uhr

Landwirtschaft
Trockenheit ist für Prohav-Landwirte kein so großes Problem

Bereit für den Probedrusch: Maik Christoph klettert auf seinen Mähdrescher.
Bereit für den Probedrusch: Maik Christoph klettert auf seinen Mähdrescher. FOTO: Ingolf Tschätsch
BAD MUSKAU. Die Halbendorfer haben Sonntag die Getreideernte fortgesetzt. Ein Winterweizen-Schlag zwischen Gablenz und Bad Muskau wurde gemäht. Von Ingolf Tschätsch

Am Sonntag gegen 12 Uhr. Maik Christoph klettert auf seinen Mähdrescher. Brütende Hitze liegt über dem Getreidefeld, das sich zwischen Eiland-Kreuzung und Bad Muskau rechterhand der Straße erstreckt. „Macht ihr heute weiter?“, möchte die RUNDSCHAU wissen. „Müssen erst mal probieren“, lautet die knappe Antwort des jungen Mannes. Dann ist er auch schon in der Fahrerkabine verschwunden.

Infolge des Regens in den vergangenen Tagen musste die Prohav Halbendorf auf diesem Winterweizen-Schlag mit der Ernte pausieren und hat ihre beiden Mähdrescher am Feldrand abgestellt. Maik Christophs Kombine steht kurz vor dem Ortseingangsschild der Parkstadt, die andere unmittelbar hinter der Tankstelle an der Eiland-Kreuzung.

Dort wartet Lutz Hoffmann auf seinen Einsatz. „Ist noch zu feucht. Wir müssen noch etwas warten. In etwa einer Stunde könnte es richtig losgehen“, sagt der erfahrene Mähdrescherkapitän.

Olaf Hannusch, der Leiter für Feldbau bei der Prohav, ist ebenfalls auf dem Feld und pendelt zwischen den beiden Standorten hin und her, um die Druschfähigkeit des Getreides zu prüfen und sich mit seinen Leuten abzustimmen.

Und dann geht es auch richtig los. Die Schneidwerke der Drescher fressen sich mit lautem Brummen durch das Ährenmeer, Staubfahnen aufwirbelnd.

Als sich der Tag dem Ende zuneigt, sind die knapp 70 Hektar geschafft. Noch stehen laut Olaf Hanusch rund 540 Hektar auf den Flächen des Betriebes auf dem Halm – Roggen, Hafer, Triticale. Aber der Feldbau-Chef ist zuversichtlich: „Wenn das Wetter hält, dann rechnen wir Ende der nächsten Woche damit, die Mahd abzuschließen.“

Am 29. Juni waren die Halbendorfer in die diesjährige Getreideernte gestartet.

Wie den meisten Bauern deutschlandweit macht auch den Prohav-Landwirten in diesem Jahr die extreme Trockenheit zu schaffen. „Wir rechnen mit einem Drittel Verlust, rund eine Tonne Ausfall pro Hektar“, sagt Hanusch. Aber er relativiert das im nächsten Augenblick: „Ein so großes Problem wie in anderen Gegenden mit ausgesprochen gutem Ackerland ist das für uns nicht. Dort sind die Verluste natürlich hoch. Wir mussten schon immer auf unseren trockenen, sandigen Böden mit weniger auskommen“, gibt sich der Feldbauleiter relativ gelassen.

Voller Einsatz: Die Kombine von Lutz Hoffmann frisst sich durch das Feld mit Winterweizen. Der Drescher wirbelt große Staubfahnen auf.
Voller Einsatz: Die Kombine von Lutz Hoffmann frisst sich durch das Feld mit Winterweizen. Der Drescher wirbelt große Staubfahnen auf. FOTO: Ingolf Tschätsch