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| 16:45 Uhr

Kommunalpolitik
Trinkwasserversorgung langfristig geregelt

Weißwasser. Der Stadtrat hat dem Rahmenvertrag zwischen Wasserzweckverband, Stadt und Stadtwerken Weißwasser zugestimmt. Von Gabi Nitsche

Die Trinkwasserversorgung von Weißwasser und den Gemeinden im Wasserzweckverband Mittlere Neiße – Schöps (WZV) ist langfristig gesichert. Der Stadtrat hat einem Wasserlieferungsvertrag dieser Partner mit den Stadtwerken Weißwasser als Pächter der Anlagen jetzt hundertprozentig zugestimmt.

Karin Bartsch, Stadtwerke-Geschäftsführerin, bezeichnete diesen Vertrag als Meilenstein. Für mehr als 35 000 Menschen sowie viele Unternehmen sei damit der Grundstein für eine sichere Versorgung gelegt. Sie bedankte sich für die konstruktive Zusammenarbeit mit der Stadtverwaltung und den Stadträten, für interessante Fragestellungen und intensive Gespräche rund um das Vertragswerk. Denn über den Inhalt war laut Oberbürgermeister Torsten Pötzsch (Klartext) zuvor in den Ausschüssen diskutiert worden.

Die Stadtwerke-Geschäftsführer waren dabei, sprachen auch, wenn es gewünscht wurde, mit den einzelnen Fraktionen und Gruppierungen. „Wir haben die Unterlagen an ein Rechtsanwaltsbüro gegeben, und die Beschlussunterlagen wurden entsprechend angepasst“, erklärte der OB. Das nunmehr vorliegende Papier ist laut Katrin Bartsch ein Ergebnis der gemeinsamen Anstrengungen über etwa zehn Jahre um eine stabile und bergbauunabhängige Trinkwasserversorgung für die Region. „Es hat Symbolkraft. Wir können viel erreichen, wenn wir an einem Strang ziehen.“

Bis Ende 2022 liefert die Leag noch Trinkwasser aus dem Wasserwerk Schwarze Pumpe nach Weißwasser. Spätestens dann muss die neue zukunftssichere Trinkwasserversorgung stehen. Die erste große Hürde ist mit dem Bau der rund 20 Kilometer langen Leitung von Boxberg nach Weißwasser genommen worden, eine Investition des WZV. 800 Kubikmeter Wasser aus dem Werk in Boxberg werden jetzt bereits täglich in die neue Leitung eingespeist. Doch das ist nur ein Teil des Gesamtkonzeptes.

Spätestens im Juni soll abschließend geklärt sein, ob die Variante für den zweiten Teil, Wasser aus der Uferfiltratfassung am Bärwalder See über das Wasserwerk Boxberg als Trinkwasser zur Verfügung zu stellen, tatsächlich die favorisierte ist.

Davon sind zwar alle Beteiligten überzeugt, aber noch liegt das Gutachten dazu, welches den eindeutigen Nachweis erbringen soll, nicht vor. Spätestens im Juni soll das aber der Fall sein. Für den Bau der dafür notwendigen Anlagen und Leitungen braucht es viel Geld. Laut Schätzungen umfasst die Investition bis zu sechs Millionen Euro. Der WZV und die Stadt Weißwasser sind hierzu seit Langem im Gespräch mit den Behörden, vor allem mit dem Umweltministerium in Dresden.

Für Stadtrat Andreas Friebel (Klartext) ist der nunmehr beschlossene Trinkwasserversorgungsvertrag ein gutes Zeichen. „Das Thema hat uns die gesamte letzte Legislaturperiode beschäftigt. Ich bin froh, jetzt sehen wir die Zielgerade. Es geht jetzt viel geräuschloser zu. In der Vergangenheit war es ein zähes Ringen hinter den Kulissen.“

Als „sehr guten Rahmenvertrag für künftige Generationen“ in Weißwasser und Umgebung und deren Versorgung mit Trinkwasser hat SPD-Stadtrat Ronald Krause das Werk bezeichnet.