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| 02:48 Uhr

Trinkwasserschutz bei Rietschen neu ausgewiesen

Rietschen. Das seit 1986 bestehende Trinkwasserschutzgebiet zwischen der Gemeinde Rietschen und Trebus soll neu ausgewiesen werden. Dem Vorhaben des Landkreises Görlitz und der unteren Wasserschutzbehörde hat der Technische Ausschuss der Gemeinde einstimmig zugestimmt. Christian Köhler

Wie der Landkreis auf Nachfrage mitteilt, muss es zu einer Neuausweisung des Gebietes kommen, weil die Brunnen zur Entnahme des Rohwassers am Rietschener Wasserwerk vertieft wurden. Das Wasser wird aus einem tiefer gelegenen Grundwasserleiter gefördert.

Dafür wurde bereits im Vorhinein ein Gutachten durch Spezialisten des Sächsischen Landesamtes für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie erstellt. "Es bildet die Grundlage für die Neuausweisung der räumlich veränderten Trinkwasserschutzzonen", erklärt Marina Michel vom Landkreis.

Das Gebiet, das sich vom Rietschener Wasserwerk über die B 115 nach Hänichen und weiter bis nach Trebus erstreckt, soll in mehrere Schutzzonen unterteilt werden. Dem Gutachten folgend stammt das in Rietschen geförderte Grundwasser aus Trebus und fließt, wie Bürgermeister Ralf Brehmer (Freie Wähler) im Ausschuss erklärt, "in einem Zeitraum von etwa 50 Jahren über das nun neuausgewiesene Trinkwasserschutzgebiet zu uns".

Zum Schutz dieses Fließweges des Grundwassers wird in diesem Bereich die Durchführung von Tiefbohrungen untersagt, um die über dem grundwasserleitenden Horizont befindlichen schützenden Deckschichten nicht zu beschädigen, heißt es vom Landkreis. Das Bohren von flachen Gartenbrunnen dagegen sei aber weiterhin möglich.

Das Liefergebiet des Grundwassers im Bereich südöstlich von Trebus wird zukünftig durch eine neu festzulegende Schutzzone geschützt. Hierbei handelt es sich um ein Waldgebiet ohne Besiedlung oder gewerbliche Nutzung. Die in diesem Areal befindlichen Teichwirtschaften genießen ohenhin Bestandsschutz. Landwirtschaftliche Nutzflächen in Form von Weideland seien dagegen nur untergeordnet betroffen. "Für die forstwirtschaftliche Nutzung wird es die für Trinkwasserschutzzonen üblichen Einschränkungen, wie die Umwandlung von Wald in eine andere Nutzungsart geben", erklärt Marina Michel.

Die Ausweisung des Schutzgebietes habe das Ziel, die bestehenden Trinkwasservorräte zur Versorgung der Bevölkerung, des Gewerbes und der Industrie vor möglichen negativen Beeinträchtigungen ihrer stofflichen Beschaffenheit zu schützen. Nach den Vorgaben des Sächsischen Wassergesetzes besteht noch bis zum 16. Februar die Möglichkeit für Betroffene, sich zu dem Vorhaben zu äußern. Danach erfolgt durch die untere Wasserbehörde die Bearbeitung und Abwägung möglicher Einwendungen. Im nächsten Arbeitsschritt soll dann eine zügige Auswertung der Stellungnahmen vorgenommen werden. Ziel dabei ist, das Verfahren schnellstmöglich zum Abschluss zu bringen.