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Treibt ein Feuerteufel in Lauta sein Unwesen?

Lauta. Seit dreieinhalb Monaten halten die Feuerwehr in Lauta Brände in Atem. Treibt ein Feuerteufel dort sein Unwesen? Laut Gemeindewehrleiter Walter Stark liegt die Vermutung nahe. Zuletzt brannte ein bewohntes Einfamilienhaus. S, Bartholome

Als Jenny Tomczyk in den frühen Morgenstunden den Rauchmelder aus dem Nachbargebäude hört, denkt sie nicht lange nach, sondern handelt. Sie alarmiert die Feuerwehr, geht die Treppe des Lautaer Einfamilienhauses hoch und hilft einer älteren Bewohnerin, sich ins Freie zu retten.

Zu der Zeit ist das Zimmer voller Rauch. Als die beiden Frauen auf dem Fußweg der Lausitzer Straße ankommen, lodern schon die Flammen in der Wohnung. "Für mich war es eine Selbstverständlichkeit", erklärt die 27-Jährige ihre Hilfe. Für diesen Mut will die Feuerwehr Lauta Stadt sie nachträglich mit einer Medaille auszeichnen. Auch den anderen Nachbarn gilt großer Dank für die Unterstützung beim achtstündigen Einsatzes.

Der Brand im Einfamilienhaus liegt nur wenige Tage zurück. Ausgebrochen ist das Feuer vermutlich im Wintergarten des Hauses. Die Polizei geht in diesem Fall mittlerweile von vorsätzlicher Brandstiftung aus und sucht dringend nach Zeugen.

Mit Papiercontainern fing es an

Es ist bereits der elfte Brand in diesem Jahr, zu dem neben anderen Wehren auch die Feuerwehr Lauta ausrückte. "Die anderen Brände waren vorher meist im Bereich Süd im Umkreis von etwa 500 Metern", erklärt Gemeindewehrleiter Walter Stark. Begonnen habe die Serie mit mehreren Bränden in Papiercontainern, wie der stellvertretende Wehrleiter von Lauta, Fred Urbantke, sagt. Später loderten Flammen an einem Schuppen, Wohnwagen, im Nebengebäude des Jugendclubs, am Dachstuhl eines unbewohnten Hauses und schließlich am Einfamilienhaus.

"Die Vermutung liegt nahe, dass ein Feuerteufel unterwegs ist", sagt Walter Stark weiter. Er hält sich aber wegen der laufenden polizeilichen Ermittlungen mit Details bedeckt. Normalerweise rücken die Kameraden aus Lauta hauptsächlich zu Hilfeleistungen aus. Im gesamten Jahr 2014 wurden sie zu knapp 30 Bränden von insgesamt mehr als 70 Einsätzen gerufen. Dabei handelte es sich aber überwiegend um Ödland- oder Papiercontainerbrände - bis auf den Großbrand im Mehrfamilienhaus an der Conrad-Blenkle-Straße in Lauta-Nord.

Als die Wälder loderten

Die letzte große Brandserie sei in den 90er-Jahren gewesen, erinnert sich Walter Stark. 48 Mal hätten die Wälder gebrannt. "Immer bevor Formel-1 im Fernsehen anfing, mussten wir ausrücken", sagt der Gemeindewehrleiter. Damals handelte es sich auch um Brandstiftung. "Wenn solch eine Brandserie ist, lebt man mit der Angst, dass es jeden Moment losgehen könnte", erklärt Stark den psychischen Druck auf die Feuerwehrleute.

Rauchmelder retten Leben

Zum Glück sei bisher keine Person schwerwiegend zu Schaden gekommen. Der Rauchmelder habe der Familie an der Lausitzer Straße das Leben gerettet. Dass es bisher in Sachsen noch keine Rauchmelderpflicht gibt, kann der Feuerwehrchef nicht verstehen. Er kann nur an jeden Bürger appellieren, solche Anlagen zu installieren. "Die Leute sollten nicht an der falschen Stelle sparen, zumal Rauchmelder kein Vermögen kosten", sagt er weiter. Zu den aktuellen Ermittlungsständen der vier größeren Brände der letzten Monate in Lauta konnte die Polizeidirektion Görlitz aktuell keine Auskunft geben. Wer jedoch auffällige Personen im Bereich des Brandortes an der Lausitzer Straße wahrgenommen hat, könne sich an das Polizeirevier Hoyerswerda unter der Rufnummer 03571 4560 oder an jede andere Polizeidienststelle wenden. Am Freitagmorgen haben zwischen Leippe und Torno fast zwei Hektar Wald gebrannt. Die Feuerwehr rückte mit mehreren Fahrzeugen an, 35 Einsatzkräfte kämpften konnten ein Ausbreiten der Flammen verhindern und den Brand löschen.