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| 01:02 Uhr

Trebendorfs Rat nun gefordert

Mühlrose.. So wie in Schleife schon vor zwei Wochen sollte es am Mittwochabend auch im Trebendorfer Gemeinderat um den Fragenkatalog gehen, dessen Antworten Vattenfall in die Lage versetzt, sozialverträglich umzusiedeln. Von Gabi Nitsche

Den Gemeinderäten aus beiden Ortsteilen lag das gebündelte Werk auf dem Tisch. Zum einen der von Vattenfall schon vor einigen Wochen vorgestellte Fragebogen und zum anderen auch der von Schleife überarbeitete. Das mit dem Ziel, dass sich die Trebendorfer und Mühlroser Gemeinderäte möglichst mit Schleife zusammen für einen einzigen Fragenkatalog entscheiden, auch wenn beide Gemeinden von verschiedenen Anwaltskanzleien ja begleitet werden.
Denn diese Einigkeit, und darauf hatte Schleifes Bürgermeister schon am 10. Januar ausdrücklich hingewiesen, würde die ganze Sache vereinfachen. Denn der nahende Tagebau mit der notwendigen Umsiedlung von zahlreichen Familien sei schon problemgeladen genug.

Räte für Zusammenarbeit
Trebendorfs Bürgermeister Peter Mäkelburg bemühte sich, diese Botschaft aus Schleife zu vermitteln. Darin wurde er im Laufe der Diskussion von Kerstin Antonius und Wolfgang Martin unterstützt. Dieser sagte u.a.: „In Schleife wurde die klare Frage nach Zusammenarbeit bei den Fragebögen gestellt. Man sollte sich austauschen, miteinander reden.“
Auch Dr. Detlev Dähnert, Leiter für Liegenschaften und Rekultivierung bei Vattenfall, bekräftigte noch einmal, was er bereits in Schleife nachdrücklich gesagt hatte. Aufgrund des Fragebogens und dessen Ergebnissen will Vattenfall ein konkretes Umsiedlungsangebot unterbreiten. Dabei gehe es nicht nur allein um die Entschädigung, sondern auch wohin und wann umgesiedelt werden soll.

Wann soll umgesiedelt werden?
„Wir kennen bisher nicht die Stimmungslage der Bürger, ob sie die Umsiedlung schnell wollen oder nicht“ , meinte Dähnert. Er sagte auch, dass die individuellen Angebote umso konkreter ausfallen, desto genauer die Fragen beantwortet würden.
„Die Fragen sollten in Trebendorf die gleichen sein wie in Schleife. Denn wir möchten ja nicht mit unterschiedlichen Maßstäben hantieren“ , appellierte Dähnert an die Vernunft der Räte. Seitens des Braunkohlenausschusses ist Vattenfall gefordert, die Ergebnisse der Befragung diesem im September zu präsentieren. Deshalb ist zügiges Abarbeiten des Themas angesagt.
Das bedeutet, im Februar muss der Fragenkatalog stehen, damit die Befragung im März beginnen kann. Konkret für Trebendorf heißt es, dass in der nächsten Ratssitzung ein Beschluss fällig ist.
Dr. Detlev Dähnert versicherte am Mittwoch im Saal der Mühlroser Gaststätte „Zur Erholung“ , dass es Vattenfall nicht nur um die direkt Betroffenen gehe. Das hatte er bereits in Schleife deutlich gemacht. „Unsere Unterstützung findet für die, die bleiben, weiter statt. Das ist pure Selbstverständlichkeit.“
Vattenfall greift mit der Umsiedlung in bestehende Gemeinden mit Infrastruktur, Vereinsleben etc. ein. „Deshalb unterbreiten wir ein Angebot, wie diese Trennung gemeinsam gestaltet werden soll“ , nannte Dähnert kurz und knapp das Ziel des so genannten kommunalen Handlungskonzeptes.
Diese Worte nahm der Mühlroser Manfred Kowalick zum Anlass und forderte Vattenfall auf, auch dafür zu sorgen, dass die Jugendlichen aus den betroffenen Dörfern bevorzugt Ausbildungsplätze erhalten und danach aber auch fest eingestellt werden. Waldemar Locke bekräftigte das. Dr. Dähnert hatte dem nicht grundsätzlich etwas entgegenzuhalten, verwies aber auf die Eignung. Das sei eine Grundvoraussetzung überhaupt. Dass neuerdings Azubis nach der Lehre wieder übernommen werden, bestätigte auch Thomas Penk, Leiter des Tagebaus Nochten. Er sprach von 13 bis 15 jungen Leuten in diesem Jahr.

Arbeitskreis gebildet
Die Sitzung am Mittwochabend wurde auch dazu genutzt, um einen Arbeitskreis „Umsiedlung“ zu gründen - ein Gremium, dass den Gemeinderäten gewisse Entscheidungswege vorbereitet. Diesem gehören Bürgermeister Peter Mäkelburg, seine Stellvertreter Wolfgang Zech und Wolfgang Martin, Ortschaftsratsvorsitzende Rosemarie Noack, Steffen Rudtsch aus Mühlrose und von der Arbeitsgruppe „Hinterberg“ Jürgen Hahn, Manfred Bugenhagen, Matthias Kladivko und Herr Wagner an.
Was die Arbeitsgruppe „Hinterberg“ angeht, so sagte Bürgermeister Mäkelburg, dass sich die Mitglieder in Sachen Umsiedlung schon sehr bemühen würden, aber nicht immer so den Ton treffen, wie er sich das vorstelle. Misstrauen ja, damit keinem das Fell über die Ohren gezogen werde. „Aber es braucht die sachliche Diskussion“ , so Mäkelburg. Seinen Worten nach lehnt diese Arbeitsgruppe eine Zusammenarbeit mit Schleife ab.