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| 15:55 Uhr

Doppelte Ehrung
Zwei Gedenksteine für Fritz Nowusch

 Anita Nowusch, Ehefrau von Fritz Nowusch, legt am neuen Gedenkstein für ihren Mann einen Blumenstrauß nieder.
Anita Nowusch, Ehefrau von Fritz Nowusch, legt am neuen Gedenkstein für ihren Mann einen Blumenstrauß nieder. FOTO: Torsten Richter-Zippack
Trebendorf, Weißwasser. Die Trebendorfer erinnern an ihren Revierförster, Naturschützer und Dendrologen. Von Torsten Richter-Zippack

Zwei Gedenksteine befinden sich seit kurzem neben der Trebendorfer Rhododendronsenke und in der Bergbaufolgelandschaft südlich von Weißwasser. Der eine ist jetzt komplett neu gestaltet worden, den anderen gibt es bereits seit Jahrzehnten. Beide erinnern an den früheren Trebendorfer Revierförster Fritz Nowusch. Nowusch (1939-2016) hätte am 19. September seinen 80. Geburtstag gefeiert.

Die neue Erinnerungsstätte an der Rhododendronsenke geht auf mehrere engagierte Trebendorfer zurück. Bürgermeister Waldemar Locke (CDU), Altbürgermeister Peter Mäkelburg, Hans Jürgen Stupka und weitere Mitstreiter von der örtlichen dendrologischen Arbeitsgruppe haben sich dafür ins Zeug gelegt. „Fritz Nowusch ist eine Persönlichkeit in unserer Gemeinde“, erklärt Waldemar Locke. „Deshalb entstand die Idee vonseiten der Dendrologen, ihn zu ehren. Nowusch war über lange Jahre Vorsitzender der Dendrologie-AG.

„Mir hat der Forstmann die Schönheiten der heimischen Tier- und Pflanzenwelt nahe gebracht“, erinnert sich Locke. Besonders beeindruckt habe ihn Nowuschs Engagement im Rahmen der aufwändigen Umsetzungen wertvoller Pflanzen aus dem Tagebauvorfeld in den Trebendorfer Tiergarten. Dort wachsen bis heute diverse Arten, die einst im Moorgebiet der Jeseritzen beheimatet waren, das der Tagebau Nochten geschluckt hatte. Nicht zuletzt ließ Förster Nowusch ebenfalls im Tiergarten einen Teich anlegen, der seinen Namen trägt. Für dieses Biotop hatte die Familie ihre Landwirtschaftsfläche hergegeben.

„Viele Bäume in Trebendorf würden ohne unseren Fritz Nowusch nicht mehr existieren“, resümiert Altbürgermeister Peter Mäkelburg. Auch im Kromlauer sowie im Muskauer Park hatte sich der Forstmann in Arbeitsgemeinschaften engagiert. So wurde unter anderem eine Gehölzkarte des Muskauer Parks erstellt. Und in Kromlau wirkte Nowusch direkt bei der Parkpflege mit.

 Die Jagdhornbläser von der Gruppe Hubertuseck haben zu Ehren von Fritz Nowusch ein kleines Konzert gegeben. Der Fritzenstein befindet sich unweit der umgesetzten Riesenplatane.
Die Jagdhornbläser von der Gruppe Hubertuseck haben zu Ehren von Fritz Nowusch ein kleines Konzert gegeben. Der Fritzenstein befindet sich unweit der umgesetzten Riesenplatane. FOTO: Torsten Richter-Zippack
 Die Jagdhornbläser von der Gruppe Hubertuseck haben zu Ehren von Fritz Nowusch ein kleines Konzert gegeben. Der Fritzenstein befindet sich unweit der umgesetzten Riesenplatane.
Die Jagdhornbläser von der Gruppe Hubertuseck haben zu Ehren von Fritz Nowusch ein kleines Konzert gegeben. Der Fritzenstein befindet sich unweit der umgesetzten Riesenplatane. FOTO: Torsten Richter-Zippack

Nowuschs Ehefrau Anita erinnert sich indes an eine Begebenheit vom Beginn der 1990er-Jahre. Damals wollte ihr Mann den von Arnims, den früheren Muskauer Standesherren, den Mühlroser Tiergarten übergeben. Ziel war eine nachhaltige Forstwirtschaft. Allerdings scheiterte der geplante Kauf und Besitzübergang letztlich. Inzwischen hat der Tagebau auch diese Flächen in Anspruch genommen.

„Was viele ebenfalls nicht wissen, ist, dass mein Mann in seiner Freizeit einen eigenen Baum gezüchtet hat, und zwar den Nowusch-Ahorn“, merkt Anita Nowusch an. Dabei handelt es sich um einen Zwerg-Spitz­ahorn, der auch als Kübelpflanze geeignet ist. Er gilt unter Pflanzenkennern als absolute Rarität.

Der zweite Nowusch-Gedenkstein befindet sich in unmittelbarer Nähe der im Jahr 2015 umgesetzten, rund 160 Jahre alten Platane, die einst vor dem Jagdschloss thronte. Dort befindet sich der sogenannte „Fritzenstein“. Dieser geht auf Waldarbeiter zurück, die den kleinen Findling mit einem entsprechenden Schriftzug verzierten. „Das Exemplar befand sich unweit des Jagdschlosses und besaß eine ähnliche Bedeutung wie weitere dort präsente Steine, etwa der Müllerstein. Damit wurde an bedeutende Persönlichkeiten erinnert“, erklärt Mitinitiator und Leag-Forstmann Olaf Hanspach.

Mit einem kleinen Konzert der Jagdhornbläsergruppe Hubertuseck Schleife ist die Erinnerungsstätte eingeweiht worden. Übrigens auf den Tag genau zehn Jahre zuvor hatte Fritz Nowusch seinen Stein zum 70. Geburtstag erhalten. „Das Unikat wurde damals per Schubkarre in die Trebendorfer Gaststätte hinein gefahren“, erinnert sich der Schleifer Jagdhornbläser und Holzkünstler Thomas Schwarz.

Seinen endgültigen Standort soll der Fritzenstein allerdings erst in ein paar Jahren erhalten. „Wenn der einstige Jagdschloss-Standort von unseren Sanierern wieder hergerichtet ist, wird das Exemplar wieder dorthin zurückkehren“, kündigt Förster Hanspach gegenüber der RUNDSCHAU an.

 Anita Nowusch, Ehefrau von Fritz Nowusch, legt am neuen Gedenkstein für ihren Mann einen Blumenstrauß nieder.
Anita Nowusch, Ehefrau von Fritz Nowusch, legt am neuen Gedenkstein für ihren Mann einen Blumenstrauß nieder. FOTO: Torsten Richter-Zippack