ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
| 11:02 Uhr

Für die Sicherheit der Bürger
Zähes Ringen um Bürgersicherheit

In seiner Sondersitzung hat sich der Trebendorfer Rat für die Beantragung von Mittel für ein Notstromer entscheiden. Der Landkreis Görlitz will bis Mitte des Jahres einen Plan für einen „Black-Out“ erstellen. Von Christian Köhler

Extra eine Sondersitzung des Gemeinderates hat Bürgermeister Waldemar Locke (CDU) am Dienstagabend einberufen. Denn die Räte hatten sich zuvor nicht darauf verständigen können, wie genau die Pauschale des Freistaates, die dieser von 2018 bis 2020 den Kommunen zur Verfügung stellt, zu verwenden ist. Nach längerer Debatte haben sich die Gemeinderäte nun darauf verständigt, einen Fördermittelantrag für ein Notstromaggregat für das Feuerwehrgerätehaus zu stellen. Weil die Frist bis Ende Januar eingehalten werden muss, gab es die Sondersitzung. Das Festzelt für Vereine des Dorfes gibt es dagegen vorerst nicht.

„Ich finde es gut, dass sich der Rat mit der Problematik auseinandersetzt“, erklärt der stellvertretenden Kreisbrandmeister Gerd Preußing. Er ist von Waldemar Locke zu der Ratssitzung eingeladen worden, um seine Expertise miteinzubringen. Denn schon Anfang des Monats hatte Stefan Kowalick von der Trebendorfer Wehr den Räten die Vorteile eines Notstromaggregates erläutert und war auf die Vor -und Nachteile eines diesel- bzw. solarbetriebenen Aggregates eingegangen. Als wesentlich effizienter hatte sich dabei das dieselbetriebene Aggregat erwiesen. Allerdings wollte sich der Rat nicht auf die Beantragung von Fördermitteln für den Notstromer einigen. „Wir brauchen mehr Zeit“, sagte Ariane Kraink vom Gemeinderat.

„Jede Gemeinde hat die Aufgabe, Sicherheit für ihre Bürger zu gewährleisten“, erklärt Gerd Preußing. Mit Blick auf die jüngste Vergangenheit, in der Stürme etwa Mühlrose für fast zwei Tage von der Stromversorgung abgeschnitten haben und „ohne Strom die Feuerwehr bei der heutigen Kommunikationstechnologie nicht zu erreichen ist, sollte eine Möglichkeit geschaffen werden, die im Ernstfall greift“, so Preußing. Er berichtet davon, dass der Landkreis derzeit einen „Black-Out-Plan“ erarbeitet – sprich, was passiert, wenn der Strom für mehrere Tage ausfällt. „Jede Gemeinde sollte da einen Leuchtturm haben, wo die Bürger hingehen können“, richtet sich Preußing an die Räte. Das müsse zwar nicht an der Feuerwehr sein, aber für deren Notstromversorgung gäbe es eine 75-prozentige Förderung. Deshalb sei es inzwischen Vorschrift in Sachsen, wenn ein neues Gerätehaus für die Wehr gebaut wird, dass dieses ein Notstromaggregat besitzen muss.

Gemeinderätin Petra Rübesam will in diesem Zusammenhang wissen, bis wann alle Gerätehäuser in Sachsen nachgerüstet sein müssen. „Einen solchen Zeitplan gibt es noch nicht“, so Preußing. Der Freistaat empfehle aber, einen Ort zu schaffen, wo Strom zur Verfügung steht. Etwa zum Aufwärmen, zum Kochen oder zum Notrufabsetzen. Norbert Struck erinnert dabei den Rat an den Kältewinter 1978/79: „Heute gibt es kaum noch Häuser, in denen mit Kohle geheizt wird. Ohne Strom geht da nicht mehr viel. Wir sollten also für unsere Bürger entscheiden.“ Dem stimmt auch Uwe Radtke zu. Tilo Niemz wiederum versteht die Eile nicht. Zumal es auch möglich ist, wie Gerd Preußing bestätigt, den Antrag für die Fördermittel Ende des Jahres zu stellen. „Wenn man aber jetzt beantragt, kann man die Mittel auch in 2020 übertragen und man weiß, was man hat“, argumentiert Gerd Preußing. Schließlich beführwortet der Rat einstimmig die Beantragung der Mittel für das Notstromaggragat.

Beim Festzelt wiederum sieht es anders aus. Zwar unterstreicht Diethart Gröscho vom Seniorenverein, dass ein solches Zelt dringend notwendig sei „und von allen Vereinen im Ort genutzt werden kann“, der Rat aber verschob die Anschaffung nach hinten. „Es gibt eine Liste von Vorhaben, die der Beirat Bergbau erarbeitet hat, die wir zunächst diskutieren sollten“, meint Ariane Kraink. Klaus Rohrbach sagt, „wir sollten einmal alle Vereine an einen Tisch holen und die Bedarfe diskutieren, bevor wir vorschnell Ausgaben tätigen“. Schließlich soll nun zunächst die Prioritätenliste des Beirates und die Bedarfe der Vereine diskutiert werden, bevor ein Festzelt angeschafft wird.