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| 01:44 Uhr

Training für den Afrika-Flug von Lampe zu Lampe

Die kleinen Schwalben werden in Brieske-Dorf von Heiko Michaelis in einer Scheune betreut. Foto: Steffen Rasche
Die kleinen Schwalben werden in Brieske-Dorf von Heiko Michaelis in einer Scheune betreut. Foto: Steffen Rasche FOTO: Steffen Rasche
Brieske. Mancher erinnert sich gern an seine Kindheit auf dem Bauernhof zurück, wo jeden Sommer unterm Dach oder in der Scheune das „wid wid“ der Schwalben erschallte. Noch heute leben in der Lausitz viele dieser Vögel mit den tief gegabelten Schwänzen, so auch in einem alten Viehstall in Brieske. Torsten Richter

Der Sedlitzer Ornithologen Heiko Michaelis das Leben der Briesker Schwalben, bis sich im Herbst die gefiederten Freude verabschieden. Ein munteres Leben herrscht derzeitig im Briesker Schwalbenstall. Zwischen dem 6. und 20. Juli sind nach Angaben von Heiko Michaelis in elf Nestern die Vögel aus der zweiten Brut geschlüpft. In weiteren sechs lehmigen Behausungen haben sich noch Eier befunden, aus denen inzwischen die "Nachzügler" das Licht der Welt erblickt haben dürften. Insgesamt hat Michaelis 52 Jungvögel gezählt. Der Gesundheitszustand der Nestlinge mit den charakteristischen gelben Schnabelöffnungen sei gut, ebenso das Nahrungsangebot. Der feuchte Sommer sorgt mit dem Vorkommen unzähliger Insekten für einen reich gedeckten Speiseplan.Die kleinen Schwälbchen werden gut von den Elternvögeln behütet. Doch übt sich der Nachwuchs bereits im Fliegen. In den ersten Tagen reichen die Flugdistanzen noch von einer Stalllampe zur nächsten, dann geht es hinaus in die Natur. Heiko Michaelis hat beobachtet, dass sich die jungen Schwalben das Fliegen selbst beibringen. Die Jungvögel aus der ersten Brut können derzeit bereits auf den Stromleitungen unweit ihres Briesker "Brutstalls" beobachtet werden. Auch sie vervollkommnen ihre Flugkünste und speichern Fettreserven. Denn die Schwalben werden nur noch wenige Wochen in der Lausitz leben, dann ist die Zeit des Abschieds gekommen. Für die erste große Flugreise nach Afrika, insbesondere für die Strecke über die riesige Sahara, werden viel Kraft und Energie benötigt. Doch noch ist es nicht so weit. In früherer Zeit lebten Rauchschwalben häufig mit den Menschen unter einem Dach. Durch die Öffnungen an den Giebelseiten flogen die gefiederten Sänger ein und aus. Da dort auch der Qualm vom Herd abzog, wurden diese Vögel als Rauchschwalben bezeichnet. Selbst ein angekipptes Fenster bereitet den hochtalentierten Fliegern keine Pro bleme. Torsten Richter