In den Jahren 1873 bis 1904 entstanden hier elf Glashütten sowie fünf Glasraffinerien, drei Ziegeleien und eine Reihe von Kohlewerken.
Alle Glassorten, vom einfachen Fensterglas über Beleuchtungs- und Medizinglas bis zum feinstgeschliffenen Kristallglas, wurden in Weißwasser hergestellt.
Ab 1935 prägte Wilhelm Wagenfeld, einer der bekanntesten deutschen Glasdesigner seiner Zeit, die Produktionsentwicklung im Konzern der Vereinigten Lausitzer Glaswerke AG (VLG). Er setzte neue Akzente und schuf formvollendete Gläser, die heute zu den Klassikern moderner Glasgestaltung gehören
Nach den Zerstörungen des 2. Weltkrieges begann Mitte der 50er Jahre der zweite Aufschwung in diesem traditionsreichen Industriezweig. 1969 erfolgte der Zusammenschluss des VEB Oberlausitzer Glaswerk und Glasfabrik Bärenhütte zum Kombinat Lausitzer Glas.
Ende der 80er Jahre arbeiteten in den volkseigenen Betrieben Lausitzer Glas, Spezialglaswerk Einheit und Farbglaswerk etwa 5500 Beschäftigte.
Anfang der 90er Jahre brach die Glasindustrie in Weißwasser zusammen.
Das ehemalige Oberlausitzer Glaswerk wurde 1996 von der Firma Stölzle aus Wien übernommen. Heute produziert die Stölzle Lausitz GmbH rund 27 Millionen Gläser für den deutschen und den Exportmarkt. Quelle: Stölzle, www.weisswasser.de