(rw) Dem Heimatverein Uhyst ist es zu verdanken, dass eine zu DDR-Zeiten nicht gewollte Tradition wieder belebt werden konnte. 1999 wurde das erste Mal wieder ein Maibaum in Uhyst gestellt. Deshalb heißt es auf dem Dorfplatz nun zum 20. Mal wieder „hau ruck“! Alle hören auf das Kommando von Zimmerermeister Jörg Albrecht. 14 Männer haben den 18 Meter hohen Maibaum erst auf den Schultern und wuchten ihn dann mit Hilfe von Staketen an seinen Platz, also senkrecht in die Höhe. Knapp 20 Minuten und er steht. „Eine gute Zeit“, schätzt Jörg Albrecht ein. Doch auf Schnelligkeit kommt es bei dieser doch etwas schweißtreibenden Aktion nicht wirklich an. Wichtig ist, dass der Baum gerade steht. Deshalb wird vorm Bewässern – Wasser für den Baum und ein Kühles Blondes für die Männer – genau von allen Seiten geschaut. Nicht, dass im Nachhinein wieder jemand lästert...

Kein Maibaum ohne Girlande und Kranz. Dafür haben sich in Uhyst Volker Domsch, Joachim Baierl, Andreas Gabbert, Alexander Hofmann, Hagen und Joachim Gruner ins Zeug gelegt. Für die Krone zeigten sich Ilona Baierl, Gosia Stefaniak und Martina Otte verantwortlich.

Als kleine Tradition kann man schon bezeichnen, dass Uhyst die neuen Einwohner am Maibaum begrüßt „In diesem Jahr sind es vier, sonst waren es im Durchschnitt acht“, erklärt Ortsvorsteher Frank Knobloch. Zum fünften Mal gibt es das schon.

Mit einer Tradition wird allerdings 2019 gebrochen. Es gibt kein Maibaumwerfen mit Feier. Johanna Gruner, Vorsitzende vom Heimatverein, sagt dazu: „Leider war das Interesse aus der Bevölkerung nicht so groß, sodass wir uns nun zu diesem Schritt entschlossen haben.“ Ortsvorsteher Frank Knobloch kommentiert es wie folgt: „Wir haben in Uhyst so viele Veranstaltungen, da muss man mit seinen Kräften haushalten.“