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Trabi-Freundschaft verbindet

Christiane, Daniel, Enrico, Tamo und Zoey (v.l.) waren zum Treffen in Weißkeißel mit mehreren Trabis und einem Volkspolizeigespann angereist.
Christiane, Daniel, Enrico, Tamo und Zoey (v.l.) waren zum Treffen in Weißkeißel mit mehreren Trabis und einem Volkspolizeigespann angereist. FOTO: mat1
Weißkeißel. Das vergangene Wochenende in Weißkeißel hat für die "Freunde der Rennpappe" des Trabi-Clubs-Weißwasser ganz im Zeichen des Zwei-Takters gestanden. Aus allen Himmelsrichtungen reisten die Trabifahrer auf die Gutshofscheune zum 20. Martina Arlt / mat1

Geburtstag des Clubs an. Zum sechsten Mal organisierten die Weißwasseraner unter Leitung von Sven Fuhrmann ein dreitägiges Treffen - mit Mäusekino, Eins-zu-fünzig-Gemisch und Blattfederung.

Trabi-Freunde erschienen mit ihren tollen aufgemotzten Gefährten oder mit Original-Ifa-Automobilen und haben Partylaune im Gepäck. Die Fans kamen beispielsweise aus Dresden, Cottbus, Mügeln, Freital und aus dem Elbe-Elster-Kreis. So können die Trabantfreunde Lausitz bei jedem Treffen in Weißkeißel begrüßt werden: Sie gehörten auch dieses Mal zu den ersten Gästen, die ihre Trabis auf dem Platz zur Schau stellten. "Dieses Treffen ist hier einfach gemütlich. Auch die Partyscheune ist sehr urig. So verbringen wir drei schöne Tage und alle haben Spaß", beschrieb Stefanie Morgenstern.

Christiane, Daniel, Enrico, Tamo und Zoey reisten aus Görlitz gleich mit mehreren Zwei-Taktern sowie einem Volkspolizei-Gespann an. Tamo hatte auch gleich seine Uniform dabei, die er gern aus Gaudi anzieht. Eine kleine Herausforderung sind schon die Übernachtungen mit vier Personen in dem QEK Junior, im Volkspolizei-Anhänger.

Thomas Heinz gehört zu den Gründungsmitgliedern des Weißwasseraner Clubs und kam mit seinem gelben Trabi, Baujahr 1988. "Das ist kein Briefkasten! - Bitte nur Bargeld einwerfen", war an dem Trabi zu lesen. Der 44-jährige Weißwasseraner hatte 2006 sein Auto aus DDR-Zeiten noch einmal komplett aufgehübscht. "Kleine Ausfahrten mache ich immer wieder einmal im Jahr. Sollte das Fahrzeug schlapp machen, dann kann sich wohl jeder Fahrer selbst behelfen. Denn alle Trabifahrer sind Schrauber", so Thomas Heinz.

Club-Mitglied Maik Lehnigk fuhr mit einem grünen Trabi (Baujahr 1989) und einem gelblichen Wartburg mit Baujahr 1986 auf. "Mitglied im Trabi-Club bin ich seit 2001. Beide Autos sind über die Saison angemeldet. Den Trabi besitze ich seit 1999, den Wartburg erst seit Donnerstag", erzählte er. Es gäbe rings um Weißwasser noch einige Trabis, die in den Garagen schlummern. "Viele fahren eben nur um den Kirchturm im eigenen Ort und schließen sich keinem Verein an", erzählt der 37-Jährige.

Paul Vogel aus Weißwasser gehörte wohl zu gen jüngsten Trabifreunden. Er kam mit einem blauen Fahrzeug mit Baujahr 1988. Er hat seine Leidenschaft für die Trabis entdeckt. "Im Winter baute ich das Fahrzeug auf, es war komplett zerlegt", so Paul, der als Kfz-Schlosser beruflich tätig ist. Ulrich Hölig aus Zwickau ist ein alter Hase, wenn es um die Trabi-Ostalgie geht. Er lernte 1976 in den Automobilwerken Zwickau und baute auch am letzten Trabi zur Wende mit, der dort vom Band lief. Er fuhr viele Persönlichkeiten in diesem Gefährt, reiste bereits nach Italien, Schweiz, Kroatien, Ungarn, Schweden. Am Wochenende baute er in Weißkeißel einen kleinen Teilemarkt für begehrte Ersatzteile auf.

Die Teilnehmer starteten am Samstag mit ihren aufgemotzten Kisten zu einer Orientierungsfahrt, die in Richtung Bad Muskau, Jämlitz und Kromlau führte. Der gelernte Koch Alex Mietho versorgte die ganze Meute mit Essen wie Wurstnudeln oder Soljanka. Clubwettkämpfe wie Muttern Stapeln oder Schubkarre mit verbundenen Augen fahren, sorgten für Gaudi am Gutshof.

Großen Anklang fanden die gemütlichen Scheunenpartys in den Gefilden von Weißkeißel am Freitag- und Samstagabend. Der Trabi-Club Weißwasser gründete sich vor 20 Jahren, wird von Sven Fuhrmann geleitet und zählt heute zehn Mitglieder. Gern können sich neue Trabifreunde dazugesellen, die jedoch eine kleine Probezeit überstehen sollten. Gern starten die Weißwasseraner auch zu gemeinsamen Ausfahrten nach Mügeln, Suhl oder Zwickau. Bereits am kommenden Wochenende laden die Jungs am Gutshof in Weißkeißel zu "Rock is Law" (Einlass 20 Uhr, los geht es um 21 Uhr) ein.

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